Elf Tote bei Brand in Seniorenheim

Bregenzerwald

Elf Tote bei Brand in Seniorenheim

Nach der Brandkatastrophe im Seniorenheim Vinzenz schweben noch immer zwei der sechs verletzten Heimbewohner in Lebensgefahr. Ums Leben gekommen sind sechs Frauen sowie fünf Männer aus Vorarlberg an einer Rauchgasvergiftung. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an, eine Brandeinwirkung von außen wird aber ausgeschlossen.

Extrem viel Rauch
Für die Feuerwehr gab es äußerst schwierige Bedingungen. Die Rauchentwicklung im gesamten Objekt war sehr stark. Die Ursache für die übermäßige Rauchentwicklung ist noch unklar. Die Rauchmelder haben jedenfalls einwandfrei funktioniert. Das Gebäude ist nicht einsturzgefährdet. 250 Mann waren zur Brandbekämpfung in dem 140 Jahre alten Haus angerückt.

Brandursache weiter unklar
Die Brandursache ist nach wie vor ungeklärt. Am Samstag trafen Experten aus Wien ein, die die Vorarlberger Ermittler unterstützen sollen. Ausgebrochen ist das Feuer in einem Abfalleimer am Gang zwischen der Kapelle und einer Toilettenanlage im ersten Stock.

Glockengeläut um 12:00 Uhr
"Die Trauer und Betroffenheit in unserer Gemeinde ist gewaltig", beschrieb der Egger Bürgermeister Norbert Fink einen Tag nach der Brandkatastrophe die Stimmung der Bevölkerung. Die Bewohner des Altenheims seien ins Gemeindeleben integriert gewesen, so Fink. Um 12.00 Uhr wurde eine Gedenkminute mit Glockengeläut für die Opfer abgehalten. Alle Veranstaltungen wurden abgesagt.

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Kanzler Gusenbauer am Unglücksort
Am Freitagabend begab sich Bundeskanzler Alfred Gusenbauer an den Ort des Unglücks, wo er mit Landeshauptmann Herbert Sausgruber zusammentraf. "Es ist eine Katastrophe, ganz schrecklich", zeigte sich der Kanzler tief betroffen. Er könne sich nicht erinnern, jemals ein Brandunglück dieses Ausmaßes gesehen zu haben.

Psychologische Hilfe
Die unverletzten Heimbewohner wurden nach dem Brand zunächst in einen nahe gelegenen Kindergarten gebracht und betreut, inzwischen wurden sie auf andere Stationen verteilt bzw. in häusliche Pflege entlassen. Psychologische Hilfe erhielten vor Ort nicht nur die Senioren und ihre Angehörigen, sondern auch die Rettungskräfte.

Egg im Vorarlberger Bezirk Bregenz gehört zu den zentral gelegenen Orten des Bregenzerwaldes und hat rund 3.500 Bewohner. Im Ortszentrum treffen die Verkehrsverbindungen vom Rheintal in den Hinterwald und vom Vorderwald Richtung Bödele zusammen. Die Gemeinde gehört zu den ältesten Siedlungen der Region. 1275 wurde das Dorf "Anderegge" erstmals urkundlich erwähnt.

Die Polizei hat eine Liste mit den Namen der Todesopfer veröffentlicht:

Frauen:

  • Erna Kuhn (Jahrgang 1928)
  • Sophie Metzler (Jahrgang 1919)
  • Theresia Meusburger (Jahrgang 1915)
  • Paulina Nußbaumer (Jahrgang 1920)
  • Martha Streitler (Jahrgang 1946)
  • Wilfriede Willi (Jahrgang 1918

Männer:

  • Oswald Bischof (Jahrgang 1939)
  • Johann Josef Bertram Heidegger (Jahrgang 1950)
  • Egon Matt (Jahrgang 1943)
  • Walter Eduard Nick (Jahrgang 1934)
  • Walter Johann Pfanner (Jahrgang 1927)
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