13. November 2011 18:50

In Dornbirn 

Nazi-Opfer Carl Lampert seliggesprochen

Bischof Scheuer: Seligpreisung "gegen Resignation und Hoffnungslosigkeit".

Nazi-Opfer Carl Lampert seliggesprochen
© APA/DIÖZESE INNSBRUCK

Mit einer feierlichen Zeremonie hat die Römisch-katholische Kirche Sonntagnachmittag in der Stadtpfarrkirche Dornbirn St. Martin Provikar Carl Lampert in den Stand der Seligen erhoben. Damit kann der 1944 von den Nazis ermordete Priester offiziell verehrt werden. Papst Benedikt XVI. würdigte bereits bei seinem Mittagsgebet auf dem Petersplatz in Rom den neuen Seligen aus Österreich als "Vorbild für die Gläubigen und die Kirche".

Lampert, 1894 in Göfis bei Feldkirch geboren, hatte sich als Bischofstellvertreter von Innsbruck gegen die Repressalien durch die Nationalsozialisten gewehrt, wurde in das damalige Pommern verbannt, dort bespitzelt und unter vorgeblichen Anschuldigungen schließlich zum Tod verurteilt. Am 13. November 1944, vor genau 67 Jahren, wurde er in Halle an der Saale enthauptet. Als Provikar war Carl Lampert das ranghöchste Nazi-Opfer des österreichischen KIerus. Er hatte in seiner Haft auch mehrfach Folter erlitten.

"Das Martyrium ist der größte Akt der Gottesliebe", erklärte Angelo Kardinal Amato, der mit der Verlesung des päpstlichen Dekrets die Erhebung Lamperts "zur Ehre der Ältäre" offiziell machte. Der Innsbrucker Oberhirte Manfred Scheuer würdigte in seiner Predigt nicht nur das Handeln des Priesters, sondern bezeichnete die Seligsprechung an sich als "Sieg über Resignation und Hoffnungslosigkeit". Lamperts Beispiel zeige, dass mit dem gewaltsamen Tod eines Menschen nicht das letzte Wort gesprochen ist. Als weltlicher Vertreter der Feierlichkeiten wies Landeshauptmann Herbert Sausgruber (V) auf die Courage des Priesters hin: "Vielleicht darf man in solchen Stunde auch daran erinnern, was Rechtstaat bedeutet und was ist, wenn er fehlt."

An der eindrucksvollen Seligsprechung in der Dornbirner Stadtpfarrkirche und in einem transparenten Zelt davor auf dem Marktplatz nahmen rund 1.700 Gläubige und Gäste teil, neben 27 Großnichten und Großneffen des Seligen rund 30 Bischöfe, Pilger aus Halle in Deutschland und Polen. In Stettin war Lampert 1943 zum wiederholten Male von den Nazis verhaftet worden.


Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |
3 Postings
xdclemensxd meint am 15.11.2011 11:34:59 ANTWORTEN >
Ich denke er war der einzige der sich traute gegen die nazis zu handeln
Frosch meint am 13.11.2011 20:47:47 ANTWORTEN >
Dieser Mann lebte seinen Glauben bis in die letzte Konsequenz!
diagonit meint am 13.11.2011 18:42:37 ANTWORTEN >
ja so Menschen schätze ich, nicht so "Zehenschlecker" wie Pius XII !!!!
Seiten: 1
Top Gelesen Chronik
TOP Videos
Die wärmsten Messstationen
1. Reichenau an der Rax 11.9°
2. Kirchberg am Wechsel 11.6°
3. Puchberg am Schneeberg 10.7°
4. Lutzmannsburg 10.2°
5. Innere Stadt 9.9°
6. Sankt Anton am Arlberg 7.8°
7. Pöllauberg 7.4°
8. Lenzing 7.3°
9. Gmünd 6.9°
10. Sankt Andrä-Wördern 6.8°
Top Schneelagen mehr Skiwetter >
Tal Schneelagen mehr Skiwetter >
1. Dachstein Gletscher 510 cm
2. Feuerkogel 340 cm
3. Postalm 320 cm
4. Faschina / Fontanella-Faschina 310 cm
5. Ifen 300 cm
6. Warth - Schröcken 300 cm
7. Niederalpl 300 cm
8. Mellau Bergbahnen 270 cm
9. Damüls 260 cm
10. Hochkar 250 cm
Wettercams Wetter Live >