Peiniger:

Geständnis

Peiniger: "Wollte Cain nur abhärten"

Einen Sturm der Wut entfachen neue Aussagen von Cains "Stiefvater". Im Polizeiverhör sagte Miloslav M., der den Dreijährigen erschlug: "Ich wollte den Buben nur erziehen."

Am Mittwoch wurde der schwer drogensüchtige 26-jährige Österreicher mit serbischen Wurzeln ein weiteres Mal in der Justizanstalt Feldkirch einvernommen. Schon bei einer früheren Befragung hatte der Frühpensionist (kassierte zuletzt aufgrund von Muskelschwäche und Depressionen monatlich 1.150 Euro Rente) für einen Aufschrei in der Bevölkerung gesorgt. Miloslav M.s Aussagen waren ein Hohn für die Angehörigen des Opfers.

Frechheit Nr. 1:
Er sagte aus, dass er den 3-jährigen Sohn seiner neuen Freundin und dessen Bruder sehr gemocht habe. Er habe die Kinder am Unglückstag als "Erziehungsmaßnahme" auf den Hintern geklopft.

Frechheit Nr. 2
Schon da bestritt der Mann (für ihn gilt die Unschuldsvermutung) jede Mordabsicht – vielmehr habe er ja selbst die Rettung gerufen; und außerdem wäre er nicht geflüchtet, sondern er wollte die Mutter von der Arbeit abholen. Die vielen Polizisten vor dem Haus haben ihn dann zur Flucht gedrängt.

"Mile" M. spricht von Erziehungsmaßnahmen
Auch bei der Vernehmung am Mittwoch flüchtete sich "Mile" in Ausreden. Diesmal verstieg sich der Mann, der ein kleines Kind mit dem Besenstiel totgeprügelt haben soll, zu Formulierungen wie: Er habe durch Prügel aus Cain und seinem ­älteren Bruder Emilian (6) "echte Kerle machen wollen."

Auch der Rest der Aussage glänzt vor Selbstmitleid und Uneinsichtigkeit: So habe Miloslav M. vor den Todesschlägen bereits "andere Erziehungsmaßnahmen" versucht, die jedoch nichts gebracht hätten, gab er im Beisein seines Anwaltes Edgar Veith zu Protokoll.

"Meinem Mandanten tut alles furchtbar leid"
Der Jurist weiter: "Mein Mandant hat zur Kindesmutter auch gesagt, dass er mit der ganzen Situation überfordert sei und dass er ausziehen wollte." Jetzt würde ihm alles furchtbar leidtun. Auf jeden Fall wäre es kein Mord gewesen. Miloslav M. sei sofort zu enthaften – sagt Veith –, aber da sein Klient Angst vor Lynchjustiz hat, bliebe er besser weiter in U-Haft.

"Alle Schuldigen sollen 
hart bestraft werden"
Einer, der diese Entwicklungen und Worte mit unbändiger Wut und Tränen in den Augen lesen muss, ist der leibliche Vater von Cain und Emilian, Dalibor Z., der wegen Tankstellen-Raubs in Suben (OÖ) noch drei von insgesamt sechs Jahren Haft absitzen muss.

Er nahm sich die Wienerin Susanne Kurtev als Anwältin, die schon im Fall "Luca" involviert war. Und er wird sich dem Verfahren als Privatbeteiligter anschließen. Kurtev: "Er hofft auf die volle Bestrafung aller, die sich schuldig gemacht haben, und dazu zählt möglicherweise auch das Jugendamt."

Autor: Roland Kopt
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