Pensionist wegen Missbrauchs an Mädchen verurteilt

6 Jahre Haft

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Pensionist wegen Missbrauchs an Mädchen verurteilt

Ein 63-jähriger Pensionist ist am Freitag am Landesgericht Feldkirch wegen schweren sexuellen Missbrauchs dreier Mädchen zu sechs Jahren unbedingter Haft verurteilt worden. Der gebürtige Kärntner muss den Opfern außerdem 19.100 Euro an Teilschmerzensgeld und Therapiekosten bezahlen. Die Verteidigung meldete unmittelbar nach Urteilsverkündung Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an.

Drei Fälle noch offen
Angeklagt war ursprünglich der Missbrauch von sechs Mädchen, die zwischen 2004 und 2007 im Kinderdorf betreut wurden. Schuldig gesprochen wurde der gebürtige Kärntner am Freitag in drei Fällen. Der Schuldspruch umfasst das Verbrechen des schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen, sexuellen Missbrauch von Unmündigen, Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses sowie sexuellen Missbrauch einer wehrlosen Person. Das Verfahren betreffend der anderen drei Opfer wurde ausgeschieden, weil seitens der Verteidigung weitere Einvernahmen beantragt wurden.

Bestritt die Vorwürfe
Der 63-Jährige bestritt im Prozess bis zuletzt die Vorwürfe. Die Kinder, die heute zwischen 14 und 20 Jahre alt sind, konnten den Schöffensenat jedoch davon überzeugen, dass ihre Version der Wahrheit entspricht. Eines der Mädchen ist geistig zurückgeblieben, doch auch ihre Aussage wurde als zuverlässig eingestuft. Anhand von Puppen demonstrierte sie, was der Angeklagte mit ihr gemacht hatte.

Erschwerend bei der Strafzumessung waren der längere Tatzeitraum und die besondere Verwerflichkeit der Tat, als mildernd wurde das teilweise Geständnis und die bisherige Unbescholtenheit des Angeklagten gewertet. "Kinder, die es ohnedies schwer hatten und zum Teil zuvor bereits missbraucht worden waren, wurden hier erneut missbraucht", so die Richterin in ihrer Urteilsbegründung.

Verwies auf Bibel-Stelle
Der Angeklagte hielt beim Gang in den Gerichtssaal ein Plakat, auf dem er handschriftlich beteuerte, "habe keines der Mädchen bedroht, erpresst, genötigt oder geschlagen, hatte mit keinem der Mädchen Geschlechtsverkehr oder geschlechtsverkehrähnliche Handlungen". Zudem verwies er auf die Bibelstelle Römer 3.22-26, worin es um die Vergebung von Sünden geht.

Die Vorwürfe gegen den 63-Jährigen waren im Mai 2007 publik geworden, als sich drei Mädchen an die Dorfleiterin wandten. Das Dienstverhältnis mit der Kinderdorfmutter, die nach eigenen Angaben nichts von den angeblichen Machenschaften ihres Mannes bemerkt hat, wurde bei Bekanntwerden der Verdachtsmomente umgehend einvernehmlich aufgelöst.

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