Vorarlberg fällt in Überwachungszone für Blauzungenkrankheit

Tier-Seuche

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Vorarlberg fällt in Überwachungszone für Blauzungenkrankheit

Auch Reutte in Tirol liegt innerhalb des Beobachtungsgebiets, informierte Vorarlbergs Landesveterinär Erik Schmid am Montag. Laut Schmid sind die Tests der in Vorarlberg gefangenen Überträger-Mücken weiter virusnegativ. Als großes Problem für die Vorarlberger Landwirte erweisen sich inzwischen aber die Einschränkungen beim Viehexport.

Kälte bringt Hilfe
Der derzeitige Kälteeinbruch helfe zwar, die Verbreitung des für Rinder, Schafe und Ziegen gefährlichen Bluetongue-Virus (BT-Virus) einzudämmen, gestoppt werden könne diese aber nur durch einen langen, strengen Winter, war Schmid überzeugt. Insgesamt sei die Blauzungenkrankheit aus Vorarlberger Sicht "weniger ein Tiergesundheitsproblem als ein Handelsproblem", erklärte der Landesveterinär.

Denn während der Viehverkehr innerhalb der Überwachungszone keinen besonderen Auflagen unterliegt, dürfen Tiere aus dem Beobachtungsgebiet nur nach einer 14-tägigen Stall-Quarantäne und einem negativen BT-Virus-Test aus der Zone heraustransportiert werden. Für den Viehtransport in andere EU-Mitgliedstaaten gibt es erst ab 15. November die selben Bestimmungen wie derzeit innerhalb Österreichs. Italien etwa, als wichtiges Exportland für Vorarlberger Zuchtvieh, lässt den Import von Tieren aus Überwachungsgebieten nicht zu.

Was ist die Blauzungenkrankheit?

Bei der Blauzungenkrankheit handelt es sich um eine Tierseuche, die vor allem für Schafe tödlich ist. Die Krankheit kann auch Rinder und Ziegen befallen. Das Virus (BTV /Bluetongue-Virus) wird von Stechmücken der Gattung Culicoides übertragen. Die Übertragung erfolgt nicht von Tier zu Tier. Erkrankte Tiere leiden unter Fieber, schaumigen Speichelfluss, Geschwüren an den Klauen oder auch inneren Blutungen. Der Maulbereich und die Zunge färben sich blaurot. Auf den Menschen ist die Virusinfektion nicht übertragbar.

Situation "gravierend"
Der Vorarlberger Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger bezeichnete die Situation für die Landwirte als "gravierend". Der Herbst sei die Hauptabsatzzeit im Viehhandel, 50 Prozent des Vorarlberger Jungviehs gehe in den Export. Insgesamt werden aus Vorarlberg jährlich rund 1.800 Rinder exportiert. Die Viehbauern im Ländle seien daher "sehr exportabhängig". Europaweit ist Zuchtvieh laut Angaben Moosbruggers sehr gefragt, die Preisentwicklung sei an sich sehr gut. Nun habe es "von heute auf morgen" einen Einbruch gegeben.

Überwiegender Abnehmer der Vorarlberger Rinder sei Italien, erklärte Moosbrugger. "Wir hoffen auf eine Lockerung mit der neuen EU-Verordnung, die am 15. November in Kraft tritt", so der Vorarlberger Landwirtschaftskammerpräsident. Man müsse zusehen, dass Italien dann nicht zusätzliche Importhandelshemmnisse einführe und so eigene Spielregeln schaffe. Der wirtschaftliche Schaden für die Ländle-Bauern durch die Erschwernisse im Außenhandel lassen sich laut Moosbrugger noch nicht beziffern. Man müsse erst die Entwicklung nach dem 15. November beobachten, möglicherweise lasse sich "das Gröbste verhindern".

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