30. April 2009 21:52

Junge Studentin 

1. Virus-Opfer: 28-Jährige ist „cool"

Österreichs bisher einzigem Opfer des H1N1-Virus geht es viel besser. Aber: Die Linzer Studentin muss doch weiter im Spital bleiben. Und es gibt wieder neue Verdachtsfälle.

1. Virus-Opfer: 28-Jährige ist  „cool"
© APA/BARBARA GINDL

Sie liest die Zeitungen, sieht fern, steht ab und zu auf und geht durch ihr abgeschottetes Krankenzimmer. Österreichs erstes Opfer des Mexiko-Virus ist wieder auf den Beinen, macht gesundheitlich große Fortschritte. Mehrmals täglich geht die Schleuse zum Quarantäne-Raum auf, meist sind es Ärzte oder Pfleger. Aber auch Familienmitglieder oder ihr Freund und künftiger Ehemann haben bereits die Erlaubnis, die 28-Jährige Wirtschafts-Studentin zu besuchen. Aber nur mit Mundschutz, Schürze und Handschuhen.

Proben noch positiv
Zwar kann ihr behandelnder Arzt Christoph Wenisch schon Entwarnung geben: „Der Zustand hat sich weiter gebessert. Sie hat nur noch minimale Halsschmerzen.“ Dennoch muss die Studentin weiter in Isolation bleiben. Denn bei den bisherigen Proben wurden immer noch Reste der Viren festgestellt. Zweimal pro Tag, in der Früh und am Abend, werden die Abstriche genommen und dann mit einem speziellen Kurierdienst (und nicht per Taxi) in die Virologie geschickt.

„Das ist jetzt einfach eine Frage der Geduld. Wir wollen in diesem Fall tausendprozentige Sicherheit“, sagt ein Sprecher. Und so muss die angehende Akademikerin auch am heutigen Feiertag weiter im dreistöckigen Pavillon der Isolierstation im Kaiser-Franz-Josef-Spital in Wien bleiben. Die Patientin sei trotz ihrer unangenehmen Situation gelassen und dränge die Ärzte nicht auf eine frühe Entlassung. „Sie ist da sehr cool“, so Wenisch.

Bereits seit Montagabend befindet sich die junge Frau in Spitalsbehandlung. Sie hatte sich nach einem Urlaub bei den Eltern in Guatemala offenbar bei einem Flug von Mexiko City nach Miami angesteckt. Die Folge: Schlagartig hohes Fieber, starke Schmerzen, Schüttelfrost.

Verdachtsfälle
Unterdessen gab es auch gestern einen Verdachtsfall: In Salzburg schlug ein Ehepaar beim Hausarzt Alarm. Die beiden waren in Madrid mit einer mexikanischen Gruppe in Kontakt gekommen und klagten über typische Symptome. Erste Schnelltests brachten zwar ein negatives Ergebnis. Dennoch wurde eine Probe sofort nach Wien geschickt. Inzwischen wurde das ältere Paar zur Sicherheit unter „Hausarrest“ gestellt – sie dürfen ihr Haus nicht verlassen.

Am späten Abend hatte das Referenzlabor in Wien alle offenen Tests abgeschlossen. „Alle offenen Tests waren negativ. Es gibt auch keine weiteren Verdachtsfälle“, so das Gesundheitsministerium.


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