12. Jänner 2009 20:02
Rund 300 Personen haben nach Polizeiangaben am Montag an einer von der
Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) organisierten Solidaritätskundgebung in
Wien teilgenommen. Unter dem Motto "Gegen den Terror der Hamas - für Israels
Selbstverteidigungsrecht" versammelten sich die Demonstranten am Judenplatz
in Wien. Die Hamas sei eine Gruppe von "gewissenlosen Mördern" und sie müsse
geschwächt werden, um nachhaltige Friedensverhandlungen zwischen den
Israelis und den Palästinensern zu ermöglichen, erklärte IKG-Präsident Ariel
Muzicant in seiner Rede.
"Wo bleibt die Solidarität mit Israel?"
Etwa
7.000 Raketen seien in den vergangenen acht Jahren von der Hamas auf Israel
abgefeuert worden und kein Land der Welt könne diesen Terror akzeptieren,
betonte Muzicant weiter. Man habe reagieren müssen und die Verteidigung der
Bürger sei keine Aggression sondern die Pflicht eines jeden Staates."Wo
bleibt die Solidarität mit den israelischen Zivilisten?", fragte Muzicant
und verwies auf die zahlreichen Anti-Israel-Demonstrationen auf der ganzen
Welt. Die Juden wünschten sich nur in Frieden und Ruhe in Israel zu leben,
aber dies sei auch 60 Jahre nach der Staatsgründung noch immer nicht möglich.
Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel (V) forderte die Weltgemeinschaft, die
Europäische Union und Österreich dazu auf, alles zu tun, damit in diesem
Konflikt eine nachhaltige Lösung gefunden werden könne. Die Klubobfrau der
NÖ Grünen, Madeleine Petrovic, erklärte, dass Israel das Existenzrecht habe,
in Frieden zu leben und es liege auch in der Verantwortung Österreichs, dass
Israel und die Palästinenser nicht alleine gelassen werden dürften. Petrovic
wünsche und bete, dass es bald wieder Frieden gebe.
"Code Red"
Israelische Flaggen und Transparente mit
der Aufschrift "FREE GAZA FROM HAMAS", "ENOUGH IS ENOUGH" sowie "STOP THE
TERROR" waren zu sehen. Auch eine große Videowall war auf dem Judenplatz
aufgestellt. Gezeigt wurden unter anderem Anti-Terror-Werbespots und immer
wieder wurde auf den sogenannten "Code Red" aufmerksam gemacht. Beim "Code
Red" haben die Zivilisten in Israel ungefähr 15 Sekunden Zeit, um in Deckung
zu gehen bzw. sich ein Versteck zu suchen, denn danach schlägt nach Angaben
der Veranstalter eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete der Hamas ein
und explodiert.
Die Sicherheitsvorkehrungen liefen vor Beginn der Veranstaltung auf
Hochtouren. Rund 100 Polizisten waren im Einsatz und zahlreiche private
Sicherheitsleute waren auf zu sehen. Abwasserkanäle und Mistkübel wurden
nach Sprengsätzen durchsucht und auch Personenkontrollen durchgeführt .
Gemäß den Polizeiangaben verlief die Kundgebung störungsfrei.