36 Euro Strafe für Tauben füttern

Wien

36 Euro Strafe für Tauben füttern

Problematische Brösel: Wer in Wien unerlaubt Tauben füttert, dem können 36 Euro Strafe drohen. Das betonte Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ) am Montag bei der Präsentation der Info-Kampagne "Wer Tauben füttert, füttert Ratten" im Leon-Askin-Park in Wien-Ottakring. Eine Plakatkampagne soll die Wiener ab sofort verstärkt auf die Problematik aufmerksam machen.

"Tauben füttern ist falsch verstandener Tierschutz. Speisereste und andere menschliche Nahrung schaden den Tieren. Sie werden krank und leiden", warnte Sima. Das Bild einer Ratten-Tauben-Mutation soll die Wiener vom Füttern der Tauben abhalten. Denn übermäßiges und nicht artgerechtes Futter führt zu kranken und verletzten Tieren.

Zudem trägt es dazu bei, dass sich die Vögel stark vermehren. "Wir leben in einer Großstadt, haben also ohnehin begrenzten Grünraum. Dieser soll nicht von den Tauben verschmutzt und in Folge unbenutzbar gemacht werden", so die Tierschutzstadträtin. Christian Fellner, Taubenexperte von der Tierschutzombudsstelle Wien, erklärte: "Menschliche Nahrung wie Brot oder Semmeln ist für Tauben ungeeignet. Außerdem werden durch zu viel ausgestreute Essensreste auch Ratten angelockt."

Um das in Zukunft zu verhindern, werden die Wiener Waste-Watcher die bekannten Flächen verstärkt kontrollieren und auch Strafen aussprechen. Das unerlaubte Füttern der Tauben wird mit einer Geldstrafe von 36 Euro geahndet.

Eine weitere Maßnahme, um die Tauben-Population zu kontrollieren, ist Wiens erster Taubenkobel am Amtshaus Meidling. 400 Tiere finden in diesem Platz und werden mit artgerechtem Futter versorgt. Zudem bekommen sie Nistmöglichkeiten, in denen die von ihnen gelegten Eier gegen Attrappen ausgetauscht werden, um eine Überpopulation zu verhindern. Nach weiteren geeigneten Orten wird bereits gesucht.

Ein Taubenkobel kann allerdings nur lokale Abhilfe schaffen. "Das einzige, das aus biologischer und aus Sicht des Tierschutzes sinnvoll ist, ist das Futterangebot für die Tauben in der Stadt zu reduzieren", appellierte Fellner.

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