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Alarmstufe rot

660 Sicherheitskräfte beim Wiener Derby im Einsatz

Wien, 10. November 2008 Das 287. Wiener Fußball-Derby zwischen Austria und Rapid wirft seine Schatten voraus: Für Vereine und Polizei herrscht Alarmstufe rot.

"Es wird das größte Sicherheitsaufgebot im Einsatz sein, das das Horr-Stadion jemals erlebt hat." Das kündigte Markus Kraetschmer, der für wirtschaftliche Belange verantwortliche AG-Vorstand des Fußball-Bundesligisten FK Austria, für das am Dienstagabend stattfindende 287. Wiener Derby an. Demnach werden im und rund um die Arena in Favoriten insgesamt 660 Sicherheitskräfte aufgeboten.

Sicherheitsleute verdoppelt
Damit wurde das Sicherheitspersonal (Exekutivbeamte und private Security) gegenüber "gewöhnlichen" Bundesliga-Partien verdoppelt. Zusätzlich zu den personell verstärkten Vorkehrungen wurde die Video-Überwachungsanlage, die eine der modernsten in Europa ist, um vier Kameras erweitert. Damit haben zehn elektronische Augen das Horr-Stadion rund um die Uhr im Visier. "Das ganze Areal wird schon seit Samstag bewacht", erzählte Kraetschmer.

Nach den Heimspielen gegen Borussia Dortmund, den LASK und Sturm Graz wurde das Verkehrs- und Sicherheitskonzept, das im Zuge des Neubaus der Osttribüne und der damit verbundenen Übersiedlung der Austria-Fans vom Westsektor erstellt worden war, adaptiert. "Wir haben diesbezüglich mit den Fanclubs, der Polizei und Rapid viele und lange Gespräche geführt, um die Anreise der Anhänger-Gruppen zu optimieren", berichtete Kraetschmer am Montag.

Fan-Anmarschwege getrennt
Die Anhänger beider Vereine würden auf dem Anmarsch zum Stadion demnach so weit wie möglich getrennt. "Die Rapid-Fans werden vom Reumannplatz, wo sie einander treffen, über die Laaerbergstraße zum Stadion geführt", kündigte der Austria-Funktionär an. Er appellierte, zeitgerecht zu kommen, weil besonders an den Fan-Sektoren West und Ost (Rapid bzw. Austria) strenge Eingangskontrollen und Leibesvisitationen vorgenommen würden.

Zu dem Vorwurf, dass vor der neuen Osttribüne des Austria-Anhangs kein Schutznetz mehr installiert ist, meinte Kraetschmer: "Als unsere Fans auf der Westtribüne waren, hingen auch keine Netze. Das ist ein Vertrauensvorschuss an unsere Fans. Uns ist bewusst, dass das Derby eine Nagelprobe ist." Weiters betonte der Vorstand: "Rapid und wir sind sportliche Konkurrenten, zwischen uns besteht keine Feindschaft. Wir wollen ein Fußball-Fest auf dem Rasen umsetzen." Der Großteil der Anhänger sei auch friedlich, sie müssten auf gewaltbereite Fans aus dem eigenen Lager einwirken.

Rapid-Fans namentlich registriert
Auch Austria-Trainer Karl Daxbacher und Manager Thomas Parits sind im Derby-Vorfeld um Besonnenheit unter den Zuschauern bemüht. "Beide Teams sollen enthusiastisch unterstützt werden, aber Hass und Gewalt haben nichts verloren", sagt der Feldherr und der AG-Sportvorstand fügte hinzu: "Beide Fan-Gruppen sind gefordert." Aus Gründen der Sicherheit im Stadion wurden diesmal auch nur 12.000 Eintrittskarten aufgelegt. 2.000 davon gingen an Rapid-Anhänger, von denen jeder namentlich (Personalausweis) registriert ist.

Im Falle von neuerlichen gravierenden Ausschreitungen droht sogar das Szenario, dass Derbys künftig im neutralen Happel-Stadion stattfinden könnten. "Das wäre fatal, wenn man auf den Heimvorteil verzichten müsste," meinte dazu Kraetschmer.

Damit befindet sich der Austria-Vorstand auf einer Wellenlänge mit Rapid-Clubservice-Leiter Andy Marek: "Jedem Rapid- und Austria-Fan muss klar sein: Sollte es Stress geben, der über eine gewisse Grenze hinausgeht, wenn zum Beispiel Personen gefährdet werden, dann wird es Derby in dieser Form nicht mehr geben, dann werden sie im Happel-Stadion gespielt, diesbezüglich gibt es eine klare Aussage von den Behörden. Ich rufe alle Rapid-Fans auf, zu verhindern, dass ein Derby auf neutralem Boden gespielt wird", sagte Marek.

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