01. September 2012 23:30

Familien-Drama in Wien 

"Ärzte 
haben meine 
Familie auf dem Gewissen"

Todesurteil: Hochschwangere geht mit Schmerzen 
ins Spital – und wird wieder
 heimgeschickt.

"Ärzte 
haben meine 
Familie auf dem Gewissen"
© chrissinger.com

Daniel Gantner (43) sucht nach Gerechtigkeit. Ihm wurde das Wertvollste in seinem Leben genommen: Seine große Liebe Desirée (†40) und seine ungeborene Tochter Ava. Drei Wochen vor der Geburt stirbt sie.

Er erzählt die fatale Geschichte des Schicksalsschlages: Plötzlich klagt seine hochschwangere Lebensgefährtin über einen heftigen Druck in der Brust, Schwindel, Übelkeit, Atemnot und ein Brennen im Hals. „Wir sind sofort zu ihrem Gynäkologen ins St. Josef Spital gefahren“, erzählt Gantner.

Dort wird die Hochschwangere untersucht, zur Beobachtung bleibt sie über Nacht im Spital. Am nächsten Tag um 9 Uhr wird sie mit der Diagnose „gastroösophagaler Reflux“ (Sodbrennen) entlassen. „Desirée wurde geraten, dass sie die letzten Schwangerschaftswochen durchbeißen muss“, erzählt der Witwer.

24 Stunden später liegt die Hochschwangere tot auf dem Sofa ihrer Wohnung. Die Schmerzen waren kein Sodbrennen – sondern ein Aortariss. Daniel Gantner ist überzeugt: „Die Ärzte haben meine Familie am Gewissen.“

Schicksal
Das St. Josef Spital in Wien-Hietzing sieht die Causa anders. In einer Stellungnahme spricht das Spital von einem aus medizinischer Sicht „schicksalhaften Verlauf“ und meint weiter: „Für den Kliniker bestand keine Möglichkeit, die Gefährlichkeit zu erkennen.“ Doch damit will sich der Witwer nicht zufrieden geben. Er wendete sich an Anwalt Alfred Boran und will nun das Spital klagen.
 

"Meine Frau wäre zu retten gewesen"

ÖSTERREICH: Herr Gantner, Ihre hochschwangere Lebensgefährtin klagt über Schmerzen, geht ins Spital, wird untersucht und ist 24 Stunden nach der Entlassung tot. Wie haben Sie ihre letzten Stunden erlebt?
Daniel Gantner: Desirée klagte nach der Entlassung den ganzen Tag weiterhin über Schmerzen. Aber sie wollte die Zähne zusammenbeißen, wie es ihr der Arzt bei der Entlassung geraten hatte. Es waren nur mehr drei Wochen bis zur Geburt. Da denkt man doch nicht im Traum daran, dass so etwas passiert. In der Nacht habe ich registriert, dass Desirée aufstand. Als ich in der Früh munter wurde, lag Desirée auf dem Sofa. Ich wollte sie aufwecken. Als ich ihr Gesicht berührte, war es bereits kalt. Da begann der Albtraum.

ÖSTERREICH: Sie sind überzeugt, dass den Ärzten im St. Josef Spital ein Kunstfehler unterlaufen ist?
Gantner: Wenn meine Frau intensiv behandelt worden wäre, wären sie und unsere Tochter Ava zu retten gewesen. Nach dem Tod habe ich viele Gespräche mit Ärzten geführt. Alle haben mir versichert, dass man eine rupturierendes Aortenaneurysma durch das Abhören mit Stethoskop erkennen muss. Desirée wurde mit der Diagnose entlassen, dass sie Sodbrennen hat. Heute mache ich mir Vorwürfe, dass ich nicht ins Wiener AKH gefahren bin. Die Hebamme hat uns ins St. Josef Spital geschickt, wo Desirées Gynäkologe arbeitet.

ÖSTERREICH: Wie gehen Sie mit diesem Schicksal um?
Gantner: Der Gedanke an Desirée und Ava ist mein ständiger Begleiter. Es ist ein Teil meines Tagesablaufs. Nach dem Tod wusste ich nicht, ob ich weiterleben will. In unserer Welt stirbt man nicht mit 40. Deswegen konnte niemand mit Desirées Tod umgehen.

ÖSTERREICH: Sie haben Anwalt Alfred Boran eingeschaltet. Was erwarten Sie sich?
Gantner: Eine Art von Gerechtigkeit. Auch wenn meine Frau und mein Kind nichts mehr lebendig macht. Aber das Spital hat in keiner Weise Anteil genommen, niemand hat kondoliert. Das ist eine Chuzpe, die zum Himmel schreit. Das kann man sich nicht gefallen lassen.


(Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.)


Interview: Ida Metzger




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6 Postings
katr meint am 06.10.2012 18:29:27 ANTWORTEN >
hallo,

ich war im jahr 1986 in diesem KH, nachdem ich vorher aus dem hanusch KH nach hause geschickt wurde u meine atemnot, als hysterie bezeichnet worden ist.

da mein zustand sich nicht besserte, ging ich ins st.josephskrankenhaus, wo ich ja zur entbindung angemeldet war u wurde stat. aufgenommen.

ich bekam sehr schwer luft u konnte nur mehr sitzen, liegen war nicht mehr möglich.

ich bekam fliedertee, wegen meinem husten, meine brust wurde mit wick balsam eingecremt u bekam milch zu trinken da in meinem harn eiweiß gefunden wurde u sauerstoff.

nach 3 tagen wurde endlich am abend ein lungenröntgen gemacht, meine mutter machte den diensthabenden internisten daraus aufmerksam das meine körperfarbe bläulich ist. er ging einfach.

ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, das die hebamme mich in ein extra zimmer brachte, mich umzog u weinte. ich wurde mit der rettung ins AKH gebracht.

dort kam ich sofort auf die chir. intensivstation. kurze zeit später kam es zur schocklunge.ich wurde in künstlichen tiefschlaf versetzt.

meine diagnose: EPH-Gestose , virus influenza (meine lunge war schon zu 2/3 mit wasser gefüllt) das hätte man eigentlich im st.j kh, hören müssen, Cardiomyopathie, später dann nierenversagen, den rest erspare ich mir jetzt.

wie ich aus gesprächen erfahren habe, kam der internist sogar auf die intensivstation ins akh um nach mir zu sehen.

zum damaligen zeitpunkt, war das st.josephs KH, ÜBERHAUPT NICHT, auf komplizierte Fälle eingerichtet und hätte mich viel schneller ins AKH transferieren müssen, es ist eine absolute frechheit, erst nach 3 tagen ein lungen röntgen zu machen.

ich kann nur jeder gebärenden abraten in diesem krankenhaus zu entbinden. da sie nicht auf notfälle eingerichtet sind.
erpresser (GAST) meint am 03.09.2012 09:54:10 ANTWORTEN >
amerikanische verhältnisse
so tragisch der fall ist, für mich sieht das eher so aus: ein (bekannt mediengeiler) anwalt will kohle machen
bran/branwhen meint am 03.09.2012 08:09:56 ANTWORTEN >
steiramen (GAST)
7 Klassenmedizin?
Etwas sehr weit hergeholt.
Eine 3 Klassen Medizin haben wir aber schon längst...... leider!
bran/branwhen meint am 03.09.2012 08:08:32 ANTWORTEN >
AKH?
Auch dort passieren die unglaublichsten Fehler...... is so!
Meiner Meinung nach kommt es immer auf den behandelnden Arzt an.
Über das St. Josef Spital kann ich persönlich nur das Beste berichten, denn dort kamen alle meine Enkelkinder zur Welt.
Beste Behandlung auch während der Schwangerschaften.
steiramen (GAST) meint am 02.09.2012 18:14:39 ANTWORTEN >
mein bei leid an den herr!!!!!!!!!!!!!!

7 klassenmedizin in österreich.......mei entschuldigung habens a privatversicherung,nein sorry hab ich nicht,ja dann kommen erst später dran....jo so laffts in da schnitzlrepublik.
war mal ein versuch von mir selber,bin zu 5 verschieden ärtzen ohne etwas zu haben,hatte da nur knieschmerzen vorgetäuscht,beim einen wars der miniskus beim anderen das seitenband und bei 3 das kreuzband und beim 4 is dann schon is bandl gerissen und der 5 wollte ma gleich mein fuss abnehmen....hehehehehe!!!!
nur zum thema ärztesystem in österreich....
und dasman eine aortariss nicht erkennt,wärs glaubt wird selig gesprochn,wär gleich als obs bei billa ka wurst geben würde....
Tja... (GAST) meint am 02.09.2012 14:33:33 ANTWORTEN >
Hätte Ihr wohl auch nicht mehr gebracht in Wiener AKH zu fahren, die Ärzte dort sind meiner Erfahrung nach mindestens genauso unfähig. Deshalb darf man einfach nicht locker lassen,und muss weiter zu Ärzten rennen solang bis man von einem mal eine richtige Diagnose und Behandlung bekommt. Ist leider so, dass man als Frau gerne als überempfindlich und Hypochonder abgetan wird.
Seiten: 1
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