FP-Ball: 2.500 Polizisten gegen Randale

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FP-Ball: 2.500 Polizisten gegen Randale

Tausende teils gewaltbereite Demonstranten, mehr als 2.500 Polizisten, verängstige City-Geschäftsleute, Verkehrskollaps: Weil heute in der Hofburg die FPÖ den rechten Akademikerball veranstaltet, an dem neben Heinz-Christian Strache nicht mehr als 1.000 Gäste teilnehmen sollen, droht Wien heute der totale Ausnahmezustand.

Demozüge und Sperrzone
Zwei Demozüge wurden zugelassen. Einer führt ab 16 Uhr vom Wallensteinplatz über den Alsergrund zum Schottentor, wo er auf den zweiten trifft. 
Der geht ab 16.45 Uhr von dort über die Freyung zum Stephansplatz.

● Die Sperrzone verläuft ab 16 Uhr rund um die Hofburg.

● Es wird mit massiven Verkehrs­beeinträchtigungen gerechnet. 
Die ­Bus­linien 1A, 2A und 3A werden 
ab 16.30 Uhr sogar eingestellt.

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Grafik: TZ ÖSTERREICH

600 Linke aus dem Ausland und Schwarzer Block
Die Stimmung ist aufgeheizt wie selten zuvor: Am Mittwoch verbot Wiens Polizeipräsident Gerhard Pürstl beide Demos des linksradikalen Bündnisses NOWKR, das trotzdem auf die Straße gehen und den Ball verhindern will. „Wir finden es sinnvoll, um das Burgtor aktiv zu sein. Heuer ist es erstmals realistisch, den Ball zu verhindern“, kündigt Sprecher Mirko Neuss an.

Unter die insgesamt 6.000 Demonstranten auf 12 Kundgebungen mischen sich bis zu 600 Linke, die extra mit Bussen aus dem Ausland anreisen. Auch der gefürchtete Schwarze Block marschiert heute gegen rechts auf. „Das sind Leute, die Aktionen setzen“, sagt Neuss. Die Strategie der Ballgegner: Tausende NOWKR-Anhänger sollen sich auf die Blockaden aufteilen, mit „vielfältigen Aktionen“ beim Burgtor für Verwirrung sorgen und den Ballgästen den Zugang zur Hofburg verwehren. Kurz: Ein stundenlanges Katz-und-Maus-Spiel und eine Nacht der Eskalation sind zu befürchten. Neue Dimension – sogar Grün-Politiker Peter Pilz stellt sich gegen die Ballgegner: „Das sind nützliche Idioten, die der FPÖ nur in die Hand spielen.“ Und: Die Ballspitze rund um Strache stichelt gegen linke Demonstranten.

Einsatz um mindestens 1,5 Millionen Euro
Um Ausschreitungen wie 2014 (20 Festnahmen, neun Verletzte, kaputte Shops) zu verhindern, setzt die Polizei mehr als 2.500 Polizisten, die Spezialeinheit WEGA, Helikopter und Wasserwerfer um 1,5 Millionen Euro ein. „Wenn Dialog und ­Deeskalation nicht mehr helfen, greifen wir hart durch“, so Polizeisprecher Johann Golob.

2.500 Polizisten gegen Randale
WEGA-Experten, Helikopter, Wasserwerfer: Wie die Polizei heute auftreten wird.

Mit dem Großaufgebot von 2.500 Beamten will die Polizei heute die öffentliche Sicherheit schützen. „Wir haben noch mehr Beamte als im Vorjahr im Einsatz. Es gibt keine Toleranz. Wir werden konsequent durchgreifen“, sagt Johann Golob von der Wiener Polizei. Die Details:

● Einsatz um 1,5 Mio. Euro: Mehr als 2.500 Polizisten sind im Einsatz, 900 von ­ihnen aus den Bundesländern. Kosten: mindestens 1,5 Millionen Euro.

● 600 WEGA-Beamte. Bis zu 600 Beamte der Spezialeinheit WEGA sind für heute abkommandiert.

● Helikopter. Von Helikoptern aus will sich die Polizei eine Übersicht von oben verschaffen.

 Transitkontrollen. Spezialisten kontrollieren auf Transitrouten und im Bahnverkehr, ob gewaltbereite Demonstranten einreisen.

● 160 Verkehrskräfte. Allein 160 Beamte sollen den Verkehr regeln.

● Geldstrafen/Festnahmen. „Wer trotz der Verbote an den untersagten Versammlungen teilnimmt, dem droht eine Geldstrafe von 720 Euro oder die Festnahme“, sagt Golob. „Wer sich nicht an das Gesetz hält, ist ein Fall für die Strafjustiz.“

● „Raumschutz“. Die Polizei will die Strategie „Raumschutz“ fahren, heißt: Überall Präsenz zeigen und schnell durchgreifen.

Rechte Ballspitze provoziert Linke

FPÖ-Chef kontert der Ankündigung der Ballgegner mit herablassendem Posting.

„Anscheinend kommen morgen einige Ball-Gegner auf den Akademikerball und wollen als Protest (hoffentlich friedlich) die ‚Internationale‘ absingen. Wir freuen uns auf die künstlerische Darbietung“. Mit diesem Posting gießt Heinz-Christian Strache einen Tag vor dem Akademikerball Öl ins Feuer. Der FPÖ-Chef witzelt über „Ballteilnehmer aus der linken Ecke“ und warnt: „Bitte passt am Weg zum Ball auf Euch auf. Nicht dass Ihr von Euren Kommunistenfreunden in der Innenstadt wegen Eurer Ball-Adjustierung angegriffen werdet.“

Bombendrohung gegen den Ballveranstalter
Indes muss sich der Organisator des Akademikerballs, Udo Guggenbichler, an polizeiliche Überwachung vor seiner Haustüre gewöhnen. Gegen den FP-Politiker ging heuer erneut per Twitter eine Bombendrohung ein.

Mirko Neuss vom Bündnis NOWKR: "Es ist erstmals realistisch, rechten Ball zu verhindern"

ÖSTERREICH: Die NOWKR-Demos wurden verboten. Was raten Sie Ihren Sympathisanten?
Mirko Neuss: Es ist sinnvoll, ab 18.30 Uhr rund um das Burgtor aktiv zu sein. Es gibt auch sonst schon eine Menge Standkundgebungen und Blockaden rund um die Sperrzone. Deshalb ist es heuer erstmals realistisch, den Akademikerball ganz zu verhindern.

ÖSTERREICH: Die Polizei hat die Demos untersagt, weil Ihr Bündnis zu Gewalt aufgerufen hat. Nehmen Sie das zurück?
Neuss: Uns geht es darum, dass der Ball mit allen Mitteln verhindert wird. Es ist legitim, sich nicht an das Gesetz zu halten, um sich gegen die Menschenfeinde in der Hofburg zu stellen. Wir haben nie zu Gewalt aufgerufen, aber wir rufen zu kräftigen Blockaden auf.

VIDEO: Polizei verbietet Demos

Video zum Thema Akademikerball: Polizei verbietet Demo

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