27. November 2009 22:05

Promi-Pfarrer 

Alkohol-Beichte als Vorbild

Toni Fabers Alkohol-Beichte sorgt für Wirbel in Wien. Infrastrukturministerin Bures freut sich über das prominente Testimonial des Pfarrers.

Alkohol-Beichte als Vorbild
© APA/ Gindl

Es war die „Beichte“ des Jahres. Am Freitag gestand Dompfarrer Toni Faber im ÖSTERREICH-Interview, dass er wegen Trunkenheit am Steuer für vier Monate seinen Führerschein verloren hatte. Seither redet tout Vienne über die „tätige Reue“ des prominenten Pfarrers von St. Stephan.

Toni Faber hatte Ende Juni nach einem langen Tag mit zwei Firmungen und dem einen oder anderen Glas Wein einen Autounfall. Die anschließende Alkohol-Kontrolle ergab: mehr als 0,8 Promille. Jetzt, fünf Monate danach, bereut jener Pfarrer, der immer wieder Prominente wie Verena Feldbusch traut, dass er „die Sünde der Maßlosigkeit“ begangenen habe. Seinen Kirchenbrüdern hat er sein „Fehlverhalten“ nun auch gebeichtet. Und sie haben – wie es die katholische Kirche vorsieht – verziehen.

Zur Weintaufe & zum Kaiser per Chauffeur
Verziehen haben sie wohl auch deshalb, weil Faber nun gelobt, nur „noch mit 0,0 Promille oder Chauffeur zu fahren“, und wieder zum guten Vorbild wird. Samstag Abend etwa wird er sich per Chauffeur zur Weintaufe in einer Dentalklinik in Sievering fahren lassen. Und auch beim Rückweg in die Innenstadt selbstverständlich nicht selbst chauffieren.

Kommenden Donnerstag will der „Kaiser“ – alias Roman Palfrader – mit dem reuigen Pater eine Sendung für seine Reihe „Wir sind Kaiser“ aufzeichnen. Faber überlegt freilich noch, ob er sich tatsächlich der ORF-Comedy stellen will. Dabei sind die Reaktionen auf seine Alkohol-Beichte überwiegend verständnisvoll.

SP-Infrastrukturministerin Doris Bures etwa freut sich darüber, dass der Dompfarrer nun ihre scharfe Anti-Alkohol-am-Steuer-Kampagne öffentlich unterstützt. So mancher Mitbruder des prominenten Pfarrers ätzt allerdings hinter vorgehaltener Hand über den „lebenslustigen“ Dompfarrer, der stets „allzu unkonventionell“ sei.

Dabei heißt es doch, dass die reuigen Sünder der Kirche doch am nächsten stehen würden.

SP-Infrastrukturministerin Doris Bures zeigt sich erfreut über die Promi-Unterstützung.

SP-Infrastrukturministerin Doris Bures baut auf eine harte Anti-Alkohol-am-Steuer-Kampagne. Dass Dompfarrer Toni Faber nun in ÖSTERREICH erklärte, dass er „diese Kampagne sehr unterstützt“, erfreut die Infrastrukturministerin. Immerhin häufen sich gerade in der Adventszeit durch Alkohol verursachte Unfälle. Und so sagt Bures: „Die Offenheit von Herrn Faber verdient Respekt. Ich glaube, dass er hier für viele Menschen ein wichtiges Beispiel abgibt. Im ÖSTERREICH-Interview hat er sehr anschaulich gemacht, wie ihm bewusst geworden ist, welche Folgen diese Alkofahrt hätte haben können. Er hätte es sich nie verzeihen können, wenn er jemanden verletzt hätte. Das ist für jeden ein schockierender Gedanke, aus dem man richtige Schlüsse ziehen muss. Genau auf dieses Bewusstmachen zielt die neue Kampagne ab.“


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