18. April 2009 09:38
Österreich entwickelt sich immer mehr zum Einbrecherparadies: Gleich um fünf
Prozent mehr Anzeigen sind heuer schon bei der Staatsanwaltschaft
eingelaufen. Zwischen Jänner und März dieses Jahres sind 700 Einbrüche mehr
in ganz Österreich angezeigt worden als im gleichen Zeitraum vor einem Jahr
– insgesamt gab es schon 21.352 Einbrüche.
Alle 6 Minuten ein Einbruch
Umgerechnet auf die Zeit, die in
diesem Jahr vergangen ist, wird jede Stunde genau 9,8 Mal eingebrochen –das
heißt, dass fast alle sechs Minuten in Österreich ein Einbruch stattfindet.
5% mehr Kriminalität
Das entspricht ziemlich genau der
generellen Kriminalitätsstatistik in unserem Land, bei der heuer schon um
fünf Prozent mehr Delikte angezeigt wurden.
Ein Drittel mehr im Westen
Vor allem in Westösterreich ist der
Anstieg der angezeigten Einbrüche enorm: In Vorarlberg, das den höchsten
Anstieg zu verzeichnen hat, gab es in den ersten drei Monaten des Jahres um
ein Drittel (33,9 Prozent) mehr angezeigte Einbrüche als im
Vergleichszeitraum 2008. In Tirol stieg die Zahl um 26,9 Prozent.
Wien ist Spitzenreiter
Danach folgen das Burgenland (19,3
Prozent), Steiermark (16,6 Prozent), Wien (5 Prozent) und Niederösterreich
(zwei Prozent).
Wien ist bei den absoluten Zahlen die klare Nummer 1: Insgesamt 11.744
Einbrüche wurden dort von Jänner bis März angezeigt.
Gesunken sind die Zahlen nur in drei Bundesländern: Oberösterreich (-17,9
Prozent), Kärnten (-6,3 Prozent) und Salzburg (3,6 Prozent).
Die von ÖSTERREICH recherchierten Zahlen betreffen Einbrüche in Wohnungen
und Häuser ebenso wie in Büros, Banken, Firmen, Automaten, Autos.
Schwache Aufklärung
Weiteres Problem: Die Aufklärungsquote
hinkt stark hinterher. Ein Fallbeispiel: In Linz hat die Exekutive von
insgesamt 123 Einbrüchen in Wohnungen nur zwei Mal die Täter ausgeforscht –
98,4 Prozent aller Einbrüche blieben ungeklärt. Im Vergleichszeitraum vor
einem Jahr wurden immerhin neun Fälle aufgeklärt, von insgesamt 121 Anzeigen.