04. Juni 2009 20:42
Jörg Haider ist auch über sieben Monate nach seinem Tod noch immer jener
Politiker, der die Menschen am meisten berührt. Seit
ÖSTERREICH vor drei Tagen erstmals über das Haider-Skandal-Buch Jörg Haider
– Unfall, Mord oder Attentat? (erschienen im Kopp-Verlag um 19,95 Euro)
berichtete, laufen in Österreichs Buchhandlungen die Telefone heiß. Hunderte
Haider-Fans möchten endlich jenes Werk in den Händen halten, das die Theorie
bestätigt, die seit seinem tragischen Unfall am 11. Oktober 2008 als
hartnäckiges Gerücht die Runde macht: Jörg Haider war Opfer eines
politischen Attentats.
Eklat vorprogrammiert
Auch auf alle offenen Fragen, warum Haider
angeblich mit 1,72 Promille und 142 Stundenkilometern in den Tod raste,
versucht der Buchautor Gerhard Wisnewski in seinem Aufreger-Buch eine
Antwort zu liefern. Und seine abenteuerlichen Thesen werden für jede Menge
Diskussionsstoff sorgen – zumindest in Kärnten.
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Journalist Wisnewski über den Run auf sein Haider-Buch und warum er
kein Verschwörungs-Theoretiker ist.
ÖSTERREICH: Ab morgen ist Ihr Haider-Buch in den Läden
zu kaufen, bereits jetzt ist die Nachfrage sehr hoch. Haben Sie dafür
eine Erklärung? Gerhard Wisnewski: Schon bei
meinen Recherchen in Österreich habe ich immer wieder gemerkt, dass
der Tod Jörg Haiders bei den Menschen eine große Leere und zugleich
einen Krater von Fragen hinterlassen hat. Das war auch der Grund,
warum ich mich gerade diesem Thema zugewandt habe: Ich wollte
Antworten auf diese vielen Unklarheiten bekommen.
ÖSTERREICH: Kärntens Politiker wollten sich bisher
nicht zu Ihrem Buch äußern. Wissen Sie, warum? Wisnewski:
Das kann ich mir nur durch den Umstand erklären, dass mein Buch noch
niemand lesen konnte. Dazu würde ich mich im Vorfeld auch nicht
äußern.
ÖSTERREICH: Sie erheben gegen die Staatsanwaltschaft
schwere Vorwürfe. Wisnewski: Nach dem Tod Haiders
hat man nur einen Unfall als Erklärung in Betracht gezogen. Da wurde
sicher nicht ausreichend ermittelt. Ich bin überzeugt, dass Jörg
Haider im Oktober Opfer eines politisch motivierten Attentats geworden
ist.
ÖSTERREICH: Kritiker bezeichnen Sie als
Verschwörungstheoretiker. Wisnewski: Das wird
gesagt, ohne tatsächlich inhaltliche Kritik an meiner Arbeit zu haben.
Ich habe keine voreiligen Schlüsse gezogen, sondern acht Monate für
meine Antworten recherchiert. Einfache Erklärungen hat einzig die
Staatsanwaltschaft gesucht.
ÖSTERREICH: Hoffen Sie nun, dass die Ermittlungen zum
Tod Haiders wieder aufgenommen werden? Wisnewski:
Natürlich ist das meine Hoffnung. Aber ich bin kein Anwalt von Jörg
Haider oder seiner Familie, mich interessieren einzig diese
Unklarheiten. Sicherlich liegt es in meinem Interesse, dass der Fall
nach meiner Buchveröffentlichung wieder in Schwung kommt, aber
gleichzeitig braucht es auch Druck vonseiten der Bevölkerung.
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Nächste Woche im Handel
Ab Montag hat das lange Warten ein
Ende: Das Skandalbuch von dem deutschen Enthüllungsjournalisten Wisnewski
(arbeitete für ARD und das Polit-Magazin Spiegel) wird heute ausgeliefert
und wandert Anfang nächster Woche in den Verkauf.
Bestelllisten
Bei der Buchhandlung Thalia, die Filialen in ganz
Österreich hat, wurde aufgrund der großen Nachfrage das Kontingent schon
nachgeordert. Und auch der Buchautor und der Verlag freuen sich über das
riesige Echo: „Seit der erste Artikel erschienen ist, bekommt mein Verlag
täglich neue Anfragen von österreichischen Buchhandlungen. Mittlerweile
kommt es schon zu Auslieferungsproblemen, weil wir nicht damit gerechnet
haben. Es zeigt aber, dass der Tod von Jörg Haider für Österreich noch ein
Kapitel ist, das noch nicht vollständig bewältigt ist“, erzählt Wisnewski.
Oder anders gesagt: Jörg Haider ist immer noch für einen Bestseller gut.