22. Jänner 2010 15:00
In Österreich sind bisher sieben BSE-Fälle aufgetreten. Im Vergleich zu
anderen europäischen Ländern sind in der Alpenrepublik wenige derartige
Erkrankungen festgestellt worden. Hier eine Auflistung der bisherigen
heimischen Fälle:
Dezember 2001
Der erste Fall von Rinderwahnsinn taucht im
Dezember 2001 im niederösterreichischen Groß Höbarthen (Bezirk Gmünd) auf.
Das Tier, bei dem BSE festgestellt wird, ist ein 70 Monate altes Fleckvieh.
Die gesamte Rinderbestand des Hofes - über 60 Tiere - muss geschlachtet
werden. Kurze Zeit später bestätigt ein Test in einem Speziallabor im
englischen Weybridge die heimischen Untersuchungsergebnisse. Die
österreichische Bevölkerung ist schockiert und verunsichert. Der
Rindfleischverbrauch geht zurück.
Nächster Alarm
Im Juni 2005 gibt es erneut BSE-Alarm.
Betroffen ist ein Rind, das auf einem Bergbauernhof im Kleinwalsertal in
Vorarlberg gelebt hat. Das Tier war zur Weiterverwertung tot nach
Deutschland verkauft worden, wo ein routinemäßig durchgeführter BSE-Test
positiv ausfiel. Bei dem betroffenen Betrieb handelt es sich um einen
kleinen Bergbauernhof, auf dem es lediglich sechs Rinder gab.
Nur zwei Monate später, im August 2005, wird bei einem Rind, das zur
Schlachtung nach Graz gebracht wurde, BSE festgestellt. Die fünf Jahre alte
Kuh wurde aus Slowenien importiert, der Fall zählt daher nicht als
"österreichischer". Das Tier war gemeinsam mit zehn anderen Rindern von
einem slowenischen Viehhändler nach Graz gebracht worden. Im Schlachthof
werden sofort alle Maßnahmen getroffen.
Im Oktober 2005 hat Österreich seinen dritten BSE-Fall: Bei einem im
Schlachthof Salzburg-Bergheim getöteten Rind wird die Erkrankung
festgestellt. Das befallene Tier stammt von einem Betrieb aus Seekirchen
(Flachgau). Die Kuh wurde in der Schweiz geboren und einem Flachgauer Bauern
verkauft.
Auch 2006 neue Fälle
Am 13. Mai 2006 wird der vierte
BSE-Fall bekannt. Ein Tier von einem Bergbauernhof im Mühlviertel wird
positiv getestet. Die Kuh war sechs Jahre alt und hieß "Moni".
Der fünfte Fall wird am 7. Juni 2006 aus Osttirol gemeldet. Betroffen ist
eine 1993 geborene Kuh aus eigener Nachzucht in einem landwirtschaftlichen
Betrieb in der Gemeinde Nikolsdorf.
Am 25. Jänner 2007 wird bei einer Kuh in Kärnten BSE festgestellt. Das Tier
ist bereits geschlachtet und verbrannt worden.
Letzter Fund
22. Jänner 2010: Das Referenzlabor der
Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit
(Mödling/Niederösterreich) bestätigt die Erkrankung bei einer zwölfjährigen
Kuh aus einem Gründlandbetrieb in Oberösterreich, der zweite Fall in diesem
Bundesland. Das Fleisch ist nicht in die Lebensmittelkette gelangt.
Laut Angaben des Gesundheisministeriums in Wien wurden im Jahr 2009
europaweit 69 positive BSE-Fälle bestätigt. Die Anzahl ist seit dem Jahre
2001 kontinuierlich gesunken: 2001 (2.167), 2002 (2.124), 2003 (1.376), 2004
(865), 2005 (561), 2006 (320), 2007 (175) und 2008 (126).