28. September 2009 15:06
Erneut ein schockierender Fall von jugendlicher
Gewalt. Weil er nach einem Streit mit seiner Mutter derart in Rage
geraten war, hat ein 17-jähriger Wiener in der Nacht auf Samstag einen
unbeteiligten 67-jährigen Mann in der Ybbsstraße in Wien-Leopoldstadt die
Stiegen hinuntergestoßen. Der Pensionist starb. Zunächst deutete alles auf
einen Unfall hin, auch die Obduktion der Leiche ergab einen Herzinfarkt als
Todesursache. Den Kripobeamten fielen am Tatort allerdings einige
Ungereimtheiten auf und sie stießen kurze Zeit später auf den mutmaßlichen
Täter. "Ich war so wild, ich wollte dem nächstbesten einfach in
die Goschn haun", versuchte sich der 17-Jährige zu rechtfertigen.
Party und Streit
Freitagabend gegen 22.00 Uhr: Sieben
Jugendliche feierten in einer Wohnung in der Ybbsstraße eine Party. Einer
der Gäste wollte sich in der fünf Minuten entferntliegenden Wohnung der
Mutter - für die er ein aufrechtes Betretungsverbote hatte - umziehen gehen,
schilderte Bezirksinspektor Werner Flieger am Montag. Dort dürfte der
17-Jährige mit seiner Mutter in Streit geraten sein, aus Wut trat er
mehrmals gegen die Wohnungstür bis die Frau die Polizei verständigte.
Wut und Tritt
Völlig in Rage ging der junge Bursche zurück zur
Party. "Er war so wild, er wollte einfach dem nächstbesten schlagen",
sagte der Beamte. Nachdem ihm auf der Straße aber niemand begegnet war,
musste ein 67-Jähriger herhalten, der in dem Haus wohnte, wo die Party
stattfand. Der 18-Jährige versetzte seinem Opfer von hinten einen
ordentlichen Tritt, so dass es die Treppen hinunterfiel und liegenblieb.
Gegen 1.00 Uhr packte den Burschen das schlechte Gewissen, er ging nachsehen
und sah den Pensionisten nach wie vor auf der Stiege liegen. "Er hat
sich eingeredet, dass er dort schläft", erzählte Flieger.
Tod und Täter
Samstagmorgen wurde der Tote schließlich von
Hausbewohnern gefunden. Zunächst deutete alles auf einen Sturz hin. Eine
Obduktion ergab einen Herzinfarkt als Todesursache. Noch am Tatort stießen
die Polizisten aber auf eine Gruppe betrunkener Jugendlicher, einer davon
hatte Blutspuren am T-Shirt. Zudem bemerkten die Beamten, dass der Tote
ortsverändert worden war.
Nach umfangreichen Vernehmungen, gestand der 17-Jährige schließlich, dass er
den 67-Jährigen aus Wut die Treppen hinuntergestoßen hatte. "Dass
er den Toten umgedreht haben soll, bestreitet er", sagte der Ermittler.
Der Bursche sitzt in Untersuchungshaft.