21. März 2009 11:53
Unter Autismus sind primär Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen zu verstehen,
die dem Betroffenen massive Probleme bei der Verarbeitung von Umweltreizen
bereiten. So beantwortet die Österreichische Autistenhilfe (ÖAH) die Frage
"Was ist Autismus?" auf ihrer Homepage. In zweiter Linie gehe es dabei um
eine soziale Störung. Betroffen sind in Österreich rund 70.000 Menschen, wie
ÖAH-Präsidentin Ruth Renee Kurz im vergangenen Sommer in einem Interview mit
der Internetplattform "chili.cc" sagte.
Chaos bei den Sinnen
Autismus stehe für eine tiefgreifende
Entwicklungsstörung, die von Geburt an vorliegt und in den ersten
Lebensjahren auftritt. Der autistische Mensch "ist einem Chaos verschiedener
Sinneseindrücke ausgeliefert, was oft zu unverständlichen Verhaltensweisen
führt", so die ÖAH. Die Störung äußere sich hauptsächlich durch eine
Beeinträchtigung der Beziehungs- und Kommunikationsfähigkeit. Darüber hinaus
seien motorische, kognitive und affektive Funktionen betroffen.
Von 10.000 Kindern weisen 63 eine schwere Entwicklungsstörung auf, 17
davon leiden unter Autismus und acht unter Asperger Syndrom. Solche Kinder
weisen laut ÖAH zwar eine altersentsprechende sprachliche und kognitive
Entwicklung auf, zeigen aber die selben Störungen bei sozialen Kontakten wie
autistische Kinder. Von Autismus sind viermal mehr Buben als Mädchen
betroffen.
Es gibt drei Hauptmerkmale für Autismus: Das Sozialverhalten des Kindes
ist auffällig und es ist in seiner sprachlichen und non-verbalen
Kommunikation beeinträchtigt. Außerdem sind Verhalten, Interessen und
Aktivitäten eher eingeschränkt und gleichförmig wiederkehrend. Bei diesen
Punkten setzt auch die Therapie an.