Eislady: 
Memoiren der Mörderin

Abrechnung aus dem Gefängnis

Eislady: 
Memoiren der Mörderin

Der Wiener Eissalon Schleckeria als Tatort – eine Spanierin als Täterin. Und Morde, die Österreich erschütterten. Die attraktive und hochintelligente Besitzerin Estibaliz Carranza (heute 36) erschoss ihre beiden Lebenspartner, zerstückelte die Leichen und betonierte sie im Keller ein. Die Geschichte der eiskalten Eislady nahm ihren Lauf.

Im Prozess wurde die zerstörte Persönlichkeit der Doppelmörderin zutage gefördert, ihre Gefährlichkeit, die zu lebenslanger Haft und Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Straf­täter führte.

Dort, in der Zelle in der Schwarzau, vertraute sich Carranza der Journalistin Martina Prewein an, die für News den Fall recherchiert hatte. „Sie wollte mich kennenlernen, wir haben uns immer wieder getroffen“, sagt die Reporterin. Gemeinsam haben die beiden Frauen das Buch Meine zwei Leben verfasst, das nächste Woche im Verlag Edition a erscheint.

Die Memoiren werden als „meine Abrechnung mit mir selbst“ verkauft. Carranza beschreibt darin, wie sie ihre Männer Holger und Manfred zu Monstern machte und diese sie selbst zur Bestie werden ließen. „Ich will weder um Verständnis noch um Entschuldigung bitten“, betont sie – und tut es doch.

Ihr Kind darf sie 
einmal im Monat sehen
Carranza beschreibt auch den Prozess, ihre Hochzeit in der Haft und die Geburt ihres Sohnes, der heute bei der Großmutter lebt und einmal im Monat die Mutter für drei Stunden besuchen darf.

„Seit ich selbst in der Haft Mutter geworden bin, kann ich mir vorstellen, was es bedeutet, ein Kind zu verlieren. Noch dazu auf eine so entsetzliche Weise.“
Für die Hinterbliebenen von Carranzas Mordopfern kommt das wohl zu spät.

Autorin Martina Prewein im Talk: "Sie rechnet mit sich ab"

ÖSTERREICH: Warum wollte Frau Carranza dieses Buch?
Martina Prewein: Weil sie von einer geplanten Dokumentation aus England erfuhr, wo sie als die Bestie dargestellt werden soll.

ÖSTERREICH: Ist sie das denn nicht?
Prewein: Das Buch schildert ihre Sicht der Dinge, es ist eine echte Abrechnung. Demnach ist sie aber nicht nur die Bestie, sie hat auch eine gute Seite.

ÖSTERREICH: Wie geht es Estibaliz Carranza heute?
Prewein: Sie kommt in der Haft gut aus, ist kein Luxusweib. Sie hält sich fit, macht Yoga, achtet auf ihr Äußeres. Und hofft, eines Tages doch freizukommen. Das Wichtigste aber sind ihr der kleine Sohn und der Ehemann.

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