07. September 2009 13:17

Tödliche Droge 

Experten schlagen Alarm

Wien musste die EU über das Auftauchen neuer, psychoaktiver Substanzen informieren. Auch das gefährliche "Meth" taucht wieder auf.

Experten schlagen Alarm
© APA

Durchfall-Medikamente, reines Koffein, Mehl und bislang unbekannte Substanzen: In Drogen ist derzeit alles zu finden, nur nicht das, was erwartet wird. „Das hat es in den vergangenen zehn Jahren noch nie gegeben“, schlägt Roland Reithofer vom Verein ChEck iT! der Wiener Sozialprojekte Alarm, „von 48 getesteten Proben enthielt nur eine die erwartete Substanz. Und zwar Amphetamin in Speed.“

Medikamenten-Cocktail
Ein ChEck iT!-Prüfbericht von einem Techno-Event im August, der ÖSTERREICH vorliegt, gibt Anlass zur Sorge. Drei der 48 vor Ort von Konsumenten abgegebenen Proben mussten zur Nachanalyse ins AKH geschickt werden. Vor 16 von 17 Ecstasy-Tabletten musste besonders gewarnt werden, da sie mCPP und Metoclopramid enthielten, also ein Piperanzin, das schwere Krampfanfälle hervorrufen und einen mehrtägigen „Kater“ verursachen kann. Der andere Wirkstoff ist in Medikamenten gegen Magenschmerzen enthalten. „Das soll über die schmerzhaften Nebenwirkungen dieser Drogen hinweghelfen“, sagt Reithofer. Aufgrund dieser Ergebnisse musste ChEck iT! einen Bericht an das europäische Frühwarnsystem für neue psychoaktive Substanzen schicken. Nach langer Zeit ist auch Methylon („Meth“) wieder aufgetaucht: Der Konsum der Droge kann schnell tödlich enden.


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