17. Juni 2009 13:36
Nach neuerlichen Forderungen seitens ÖVP und FPÖ nach einer Art Stadtwache
für Wien hat sich nun auch die Innenministerin in die bisher
kommunalpolitische Sicherheitsdebatte eingebracht. Sie forderte am Mittwoch
konkrete Maßnahmen der Stadtregierung zur Kriminalitätsbekämpfung. Diese
sollten auch die Schaffung eines Sicherheitsstadtrates umfassen, appellierte
die Ministerin an die Wiener SPÖ.
Gegen Einbrecher
In der Bundeshauptstadt müsse der Schwerpunkt
vor allem auf der Eindämmung von Einbruchsdelikten liegen, so Fekter. Das
mache die Einrichtung eines Stadtrats für Sicherheit notwendig. Momentan
gebe es in Wien nämlich keinen konkreten diesbezüglichen Ansprechpartner.
Fekter wünscht sich auch eine Strukturvereinheitlichung bei der
Überwachung der parkenden Autos. Unterstützung bekam die Innenministerin von
ÖVP-Landesparteiobmann Johannes Hahn. In beinahe allen großen Städten
Deutschlands gebe es bereits eine Art Sicherheitsstadtrat, argumentierte er.
SPÖ schießt zurück
Der Wiener Landesparteisekretär
Christian Deutsch ortete hingegen Handlungsbedarf bei der Ministerin. Sie
solle dafür sorgen, dass der Polizei endlich jene Mittel zur Verfügung
gestellt würden, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgabe benötige.
VP-Landesparteiobmann Johannes Hahn solle sich dafür bei seiner
"Parteifreundin" einsetzen.
Fekter und Hahn würden darüber hinaus geflissentlich verschweigen, "dass die
ÖVP-Innenminister seit neun Jahren für Personalkürzungen und die
Zerschlagung bewährter Strukturen verantwortlich sind - mit dem Effekt, dass
zu wenig Polizistinnen und Polizisten auf den Straßen Wiens unterwegs sind",
bekundete Deutsch in einer Aussendung.
Stadtwache "rechtlich unmöglich"
Deutsch
bezeichnete Hahns Forderungen nach einer Stadtwache zudem als "irreführend
und unehrlich". Eine solche Einrichtung sei allein schon aus rechtlichen
Gründen unmöglich. Wo dies rechtlich möglich sei, unterstütze die Stadt die
Polizei schon längst, betonte der SP-Landesparteisekretär.
Grüne ragieren wie SPÖ
Die Wiener Grünen argumentierten
ähnlich: Wien brauche mehr Polizeipersonal und insbesondere eine bessere und
spezialisiertere Ausbildung sowie eine drastische Aufstockung der
krisengebeutelten Kriminalpolizei, betonte Klubobfrau Maria Vassilakou. Die
von der ÖVP geforderte Stadtwache wäre hingegen wirkungslos und würde das
Wiener Budget massiv mit einem Finanzbedarf belasten, der dann für soziale,
ökologische und wirtschaftliche Maßnahmen fehle. Fekter sei aufgerufen,
"sich ihrer ureigensten Aufgabe zu widmen, anstatt auf dem Wiener
Politik-Parkett in den peinlichen VP-FP-Ablenkungschor einzustimmen", legte
Vassilakou der Innenministerin nahe.