Keine üble Nachrede
Freispruch für Hofrat Geiger
Der Wiener Ex-Kripo-Chef hat sich laut Richterspruch nicht der üblen Nachrede schuldig gemacht. Die Sauna-Affäre wird noch Mal durchleuchtet.
Eine operative Einheit der Polizei soll die Ermittlungen zur sogenannten Sauna-Affäre noch einmal durchleuchten. Das kündigte der Wiener Polizeipräsident Peter Stiedl am Montag an, nachdem im Bezirksgericht Hietzing ausführlich ein Evaluierungsbericht der Bundespolizeidirektion Wien erörtert worden. Demzufolge wurde von der Kriminaldirektion (KD) 1 in der Sauna-Affäre einseitig und ohne begründete Verdachtslage an vorgesetzten Behörden vorbei ermittelt.
Klage von Frühwirth abgewiesen
Der 75 Seiten starke Bericht
wurde ausgerechnet deshalb vor zahlreichen Medienvertretern erörtert, weil
der KD 1-Leiter Roland Frühwirth den vormaligen interimistischen Leiter der
Kriminalpolizeilichen Abteilung, Ernst Geiger, wegen Kreditschädigung und
üble Nachrede geklagt hatte. Geiger - selbst über die Sauna-Affäre
"gestolpert", weil er dem Betreiber eines als FKK-Sauna getarnten Bordells
vorab einen Razzia-Termin verraten haben soll - hatte Frühwirth unter
anderem wegen behaupteter Unrechtmäßigkeiten bei Ermittlungen in dieser
Sache angezeigt.
Freispruch für Geiger
Wie Bezirksrichterin Karin Binder nun
feststellte, machte sich Geiger damit keines strafrechtlich relevanten
Fehlverhaltens schuldig. "Es sind viele objektive Kriterien da, die einen zu
einer Anzeige berechtigen", meinte sie, nachdem sie fast zwei Stunden lang
den Verfasser des Evaluierungsberichts als Zeugen vernommen hatte. Geiger
wurde freigesprochen, wogegen Frühwirths Anwältin umgehend volle Berufung
anmeldete.
Ermittlungen nicht korrekt geführt
Der Zeuge hatte
ausgesagt, es bestünde "der dringende Verdacht", dass die Ermittlungen in
der Sauna-Affäre nicht korrekt geführt wurden. Die KD 1 hätte einen
"Geheimakt geführt" und sogar Hausdurchsuchungen nicht gemeldet, stellte der
interne Prüfer fest. Ermittlungsergebnisse seien teilweise nicht richtig
gewürdigt worden, teils seien sie nicht in die Akten eingeflossen.
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Es gebe außerdem "Aktendivergenzen zwischen dem, was die Polizei ermittelt hat und dem, was der Staatsanwaltschaft gemeldet worden ist", hielt der Polizist fest. Der außer Dienst gestellte Wiener Landespolizeikommandant Roland Horngacher hätte weiters "Privatrecherchen unter Benützung des Oberst Frühwirth" getätigt.
Überwachung Geigers nicht gemeldet
Speziell ging der
Verfasser des Evaluierungsberichts auf den Umstand ein, dass Roland
Frühwirth den Umstand nicht gemeldet hatte, dass mit Hofrat Ernst Geiger
sein unmittelbarer Fachvorgesetzter auf der gegen den Sauna-Betreiber
gerichteten Telefonüberwachung "gelandet" war. Weder sei dies der
Dienstbehörde noch dem Büro für Besondere Ermittlungen zur Kenntnis gebracht
worden.
Frühwirth war befangen
Frühwirth hätte in diesem Stadium der
Ermittlungen außerdem seine Befangenheit deklarieren müssen, gab der interne
Prüfer zu bedenken. Stattdessen sei "befangen und parteilich" ermittelt
worden. Wie der Wiener Polizeipräsident ankündigte, sollen die
Sauna-Affäre-Ermittlungen nun auf auf mögliche Formalverstöße der erhebenden
Beamten geprüft werden. Prüfen soll eine Einheit, "die nicht im Bereich der
BPD Wien angesiedelt ist", meinte der Polizeipräsident.
Auf die Frage, ob KD 1-Chef Roland Frühwirth mit weiteren Maßnahmen rechnen müsse, erwiderte Stiedl: "Dafür ist es noch viel zu früh."
Staatsanwaltschaft fechtet Geiger-Freispruch an 



Dr. Geiger, aber einen "ersessenen" Titel nennen? Jeder ältere Arzt wird "Medizinalrat"...Diese Titelsucht ist etwas monarchistisch....
Hier in Spanien gibt es so etwas nicht...
es bewahrheitet sich wieder einmal: wer freunde und geld hat, den kann die justiz am a.... lecken.
Ja warum hat der Hofrat Geiger nur telefoniert. ???
Duemmer geht es wirklich nicht mehr, er hat gewusst, das eine TUE laeuft. Tonband ist Tonband. Das Ersturteil gehoert erhoeht auf 1 Jahr.
Herr Geiger in der Angelegenheit freigesprochen wurde.
Und der Rest wird sich wohl auch noch aufklären.
... wie gut der Rechtsstaat funktioniert, wenn es um Nicht-Normalbürger geht?
Kleinigkeiten wie eine vorsätzlich restlos zerstörte Existenz bei "normaler" Polizeiarbeit (unterstützende Falschaussagen von Kripo-EDV-Experten, Ermittlungsmanipulationen, Beweiskonstruktionen, existenzzerstörende Rufmordartikel, u.v.m.) werden, trotz eindeutiger Beweise, nach wie vor unter den Tisch gekehrt und unterdrückt. Der, dessen Leben dadurch zerstört wurde, kann mit Null Unterstützung rechnen, geschweige denn auch nur elementarste Hilfe erwarten. Sein größter Nachteil ist anscheinend: er ist Öster.reicher.
www.fehlurteil.at
(mittels Originalakten dokumentiert)
Frohe und besinnliche Weihnachten!
(nichtsdestotrotz freut es mich für Hrn. Geiger!)
Bravo,viel Glück Herr Geiger