07. November 2009 20:55
Fu Long geht nach China, um Liebe zu bringen. Denn dort soll der Superstar
des Tiergartens Schönbrunn für Nachwuchs sorgen. Pandas sind schließlich
selten. Doch bevor sich Fu Long fortpflanzt, darf er auf der
Forschungsstation Bifengxia nahe Chengdu seinen jugendlichen Leichtsinn
ausleben. Gilt das Reservat doch als wahres Panda-Paradies. Herumtollen mit
Gleichaltrigen, essen und schlafen – so lässt sich auch die schwierigste
Pubertät gut aushalten.
Trauriger Abschied
Für Zehntausende Fu-Long-Fans ist das
allerdings nur ein schwacher Trost. Pilgerten doch Besucher aus ganz
Österreich nach Schönbrunn um die Kindheit des putzigen Pandas live
mitzuerleben. Dem Tiergarten bescherte Fu Long („Glücklicher Drache“) nach
seiner Geburt am 23. August 2007 wahre Besucherrekorde. Denn Pandabären
paaren sich in Gefangenschaft nur sehr selten. Als Panda-Mama Yang Yang das
kleine Wunder auf die Welt brachte, sorgte das für Jubelmeldungen im
gesamten deutschsprachigen Raum.
Als es daran ging einen Namen für das putzige Tier zu finden, beteiligten
sich mehr als 26.000 Österreicher an der Abstimmung. Der glückliche Drache
Fu Long gewann haushoch vor Mei Yue („Schöne Musik“) und „Zhu Wa“
(„Lausbub“). In elf Tagen wird der Lausbub Wien für immer verlassen.
Der Flug
Seit zwei Monaten trainiert Pflegerin Eveline Dungl den
Panda-Star für seine 15-stündige Reise nach China. Schritt für Schritt macht
sie ihn mit den speziellen Transportkisten, in denen schon Fu Longs Eltern
von China nach Wien gebracht wurden, bekannt. „Die Reise sollte problemlos
verlaufen“, dafür sorgt Dungl persönlich. Sie wird in der Transportmaschine
von China Air ständig bei der Panda-Box sein und Fu Long mit Bambus, Äpfeln,
Süßkartoffeln und Wasser versorgen. Fu Long macht also auch auf seiner Reise
ins Panda-Paradies das, was er schon immer am besten konnte: essen und
schlafen.
Obwohl der Abschied von „unserem“ Panda schwer fällt, war immer klar, dass
er nach China muss. Denn alle Pandas dieser Welt stehen im Eigentum der
Volksrepublik. Und so ist, obwohl in Hietzing geboren, auch Fu Long ein
Chinese – behaupten die Chinesen: Für uns ist der glückliche Drache ab 18.
November Exil-Österreicher.