10. Juni 2009 08:56
Große Aufregung im Museums-Quartier: Wie ÖSTERREICH berichtete, löste die
neue Hausordnung – diese sieht unter anderem vor, dass mitgebrachte Getränke
im Hof nicht mehr konsumiert werden dürfen – eine Welle der Entrüstung aus.
Securities
Voriges Wochenende wurde das Verbot erstmals von
ebenso bulligen wie Angst einflößenden Securities exekutiert. Philipp, 16
Jahre alt und Schüler: „Einer von denen ist bedrohlich nahe auf mich
zugekommen und hat gesagt: ‚Den Schluck kannst noch trinken und wenn du die
Dose dann nicht weggibst, schmeiß ich dich höchstpersönlich hier raus.' Das
ist eine Frechheit auf einem öffentlichen Platz.“ Oskar, ebenfalls 16: „Ich
habe von einem Freund gehört, dass die mit einer Taschenlampe in den
Rucksack leuchten und schauen, ob man Bier mithat.“
Protesttrinken im MQ
Der Widerstand gegen die Regelung hat sich
schneller formiert, als so manchem – vor allem dem Direktor des
einzigartigen Kulturareals Wolfgang Waldner – lieb ist. In Windeseile wurde
übers Internet zum Protest aufgerufen. (Am 20. Juni von 18.00 bis 18.05
gibt’s ein kollektives Zuprosten mit mitgebrachtem Bier im Hof des MQ.)
Einige tausend Leute sollen sich schon angemeldet haben …
Waldner: Bier bleibt erlaubt
Am Dienstag machte Waldner – wohl
aufgrund der massiven öffentlichen Empörung und des Protests etwas in Panik
geraten – einen ersten Rückzieher: „Wir werden nicht einschreiten, wenn
Jugendliche ihr Bier mitnehmen und es friedlich im Hof trinken. Exekutiert
wird das Verbot nur bei Randalierern und bei jenen, die Bier mitnehmen und
es dann hier im Hof schwarz verkaufen.“
Wird das Verbot zurückgenommen?
Waldner: „Nein, ich brauche
eine Handhabe gegen jene, die alle anderen stören und wüste Exzesse liefern.
Das Verbot richtet sich jedoch nicht gegen 99 Prozent der Besucher.“ Er will
das Bierverbot genauso wie das seit Jahren existierende Ghettoblaster-,
Fahrrad- und Frisbeeverbot handhaben: Nur wenn’s zu bunt wird, wird
eingegriffen.