08. Juli 2010 14:46

Rauschgiftfahndung 

Großer Drogenring erfolgreich gesprengt

Die verkauften Suchtmittel hatten einen Straßenverkaufswert von 1,5 Millionen Euro. 14 Drogenhändler wurden in Österreich festgenommen.

Großer Drogenring erfolgreich gesprengt
© APA/BPD-WIEN

Das Vorarlberger Landeskriminalamt hat einen groß angelegten Drogenring gesprengt. Den Händlern konnte der Verkauf von Suchtmitteln mit einem Straßenverkaufswert von 1,5 Mio. Euro nachgewiesen werden. 14 Personen wurden in Österreich verhaftet, der Großteil davon wurde bereits zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Großteil in Vorarlberg verkauft
Die 13 Haupttäter aus Österreich, Serbien und der Türkei dealten von 2007 bis 2009 nachweislich mit 18 bis 19 Kilogramm Kokain, etwa einem Kilogramm Heroin, einem Kilogramm Cannabiskraut sowie einigen hundert Ecstasy-Tabletten. Der Großteil davon wurde in Vorarlberg verkauft, aber auch in Deutschland. "Die tatsächlich gedealten Mengen dürften noch viel höher ausgefallen sein", erklärte Ermittler Alexander Loacker.

"Größen" im Kokain- Geschäft
Ins Rollen kam der Fall durch Hinweise von zwei verhafteten Männern aus der Suchtgiftszene. Diese führten die Beamten zu einem 47-jährigen Bregenzer, der offenbar rege Kontakte zu "Größen" im Kokain-Geschäft pflegte. Die Festnahme zweier Schlüsselfiguren im Drogenring, ein 47-Jähriger und 39 Jahre alte Serbe, folgten. Ebenfalls ins Netz der Fahnder gingen unter anderem ein 62-jähriger Österreicher als Drogenkurier von zwei Kilo Kokain sowie ein Ehepaar aus Serbien, das insgesamt rund fünf Kilo Kokain nach Österreich schmuggelte.

Mehr als 100 Zwischenhändler
Das Suchtgift stammte hauptsächlich aus der Schweiz und auch aus Spanien, Belgien und dem ehemaligen Jugoslawien. Die geschmuggelten Mengen beliefen sich meistens auf 200 bis 300 Gramm. Bei den Hauptverdächtigen wurden am Ende noch rund ein Kilogramm Kokain und drei Faustfeuerwaffen sichergestellt. Außer den Hauptlieferanten konnten auch mehr als 100 Zwischenhändler und Abnehmer ermittelt werden, die an die Staatsanwaltschaft Feldkirch angezeigt wurden.

Nach Angaben des Landeskriminalamtes hat es in Vorarlberg in den vergangenen drei Jahren keinen Fall dieser Dimension gegeben. "Vorarlberg ist keine Insel der Seligen, es wird in großem Stil gedealt und konsumiert", sagte Schlosser. Inwieweit das Auffliegen des Drogenrings einen Einschnitt in die Vorarlberger Suchtgiftszene bedeutet, ist laut Wachter schwer zu beurteilen. "Der Markt ist da, der Bedarf ist da, da finden sich schnell Leute, die in die Bresche springen", sagte der Ermittler.


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