18. April 2009 10:27
Zum ersten Mal seit 2005 hat jetzt die APA im beginnenden Wiener
Vorwahlkampf den „Vertrauensindex“ für die führenden Stadtpolitiker in einer
Umfrage testen lassen: 400 Wiener wurden befragt, welchem Politiker sie
vertrauen oder nicht – danach werden die Werte subtrahiert, der Saldo der
sich daraus ergibt, weist die Vertrauenspunkte des jeweiligen Politikers aus.
Das Duell
Die Frage, wem die Wiener am meisten und am wenigsten
vertrauen, haben die Befragten mehr als eindeutig beantwortet: Die
Streithähne Michael Häupl und Heinz Christian Strache, die sich – obwohl
offiziell kein Wahlkampf ist – mit unglaublicher Härte matchen, haben beide
an Vertrauen verloren. Bei Häupl sind es acht Punkte, er liegt aber mit
einem Saldo von plus 37 noch immer klar auf Platz eins. Die Wiener SPÖ setzt
im beginnenden Wahlkampf jetzt auf eine groß angelegte Kampagne - und einen
Parteitag, der erstmals für alle Mitglieder offen ist und für den am
nächsten Samstag sogar die Stadthalle gemietet wurde. Ganz am anderen
Ende der Skala, weit abgeschlagen an letzter Stelle, liegt mit einem Saldo
von -34 Punkten FP-Chef Heinz Christian Strache.
Die Gewinner
Was VP-Stadtrat Norbert Walter am Freitag als
„Wählerabsage an den Polit-Rambo“ bezeichnete. Dennoch dachte der VP-Manager
aber gleich im Nachsatz laut darüber nach, ob man nicht etwa in Sachen
Stadtwache zusammenarbeiten könne. Was wohl ab sofort eine schwarz-blaue
Allianz zum Sturz Häupls nach der Wahl zum Thema macht. Top-Aufsteigerin
ist Vizebürgermeisterin Renate Brauner, die 16 Vertrauenspunkte zulegte und
mit einem Saldo von plus 38 schon auf Platz zwei rangiert. Noch mehr
Zuwachs, plus 21 Punkte, erreichte VP-Landeschef Johannes Hahn, der mit
einem Saldo von plus 16 Dritter im Ranking ist. Düster schaut es für die
grüne Frontfrau Maria Vassilakou aus: Sie verlor 10 Punkte und schlitterte
in die Negativ-Zone.