15. Oktober 2007 22:19

Hohe Warte 

Heuer kommt ein echter Winter

Nach dem vorigen warmen Winter gibt es heuer wieder einen richtigen Winter mit Schnee. Aber: er ist ein halbes Grad wärmer als der Durchschnitt.

Heuer kommt ein echter Winter
© APA

Es ist jedes Jahr ein spannender Moment: die Veröffentlichung der Winter-Saisonvorhersage. Jetzt ist es so weit. Wichtigstes Ergebnis: Das große Zittern in den Wintersportorten ist abgesagt, denn gezittert wird nur vor Kälte. Der heurige Winter wird uns nach der Rekord-Wärme im Vorjahr extrem kalt vorkommen.

Hier gehts zur Wetter-Vorherschau der nächsten Tage

Das Europäische Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage in England fütterte wochenlang seine Computer mit Wetterdaten aus aller Welt, um die Prognose für diesen Winter zu errechnen. Mitgerechnet werden nicht nur Luftwerte, sondern auch Meerestemperaturen aus unterschiedlichen Wassertiefen. Die Daten aus dem Computer wurden an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik auf der Wiener Hohen Warte (ZAMG) analysiert.

0,5 Grad über Durchschnitt
Allerdings: Nach den aktuellsten Prognosen der Top-Klimatologen wird es heuer letztlich im durchschnittlichen Vergleich keinesfalls ein bitterkalter Winter. Der Chefklimatologe der ZAMG, Ernest Rudel, mit einer ersten konkreten Prognose: "Die Saison könnte einen halben Grad über dem langjährigen Durchschnitt liegen. Es kann sogar sein, dass wir hin und wieder über das eher milde Wetter stöhnen werden."

Subjektiv bitterkalt
Und doch werden uns die Temperaturen meistens unverhältnismäßig kalt vorkommen. Kein Wunder: In der vorigen Saison haben die Wetterstationen Anfang Jänner 17 Grad angezeigt, die Gastgärten waren geöffnet, und einige Pflanzen trieben sogar aus.

Weiße Weihnachten
In den Tourismusgebieten gilt Entwarnung. Der Wetter-Experte sieht die Skigebiete schon bald in Weiß gehüllt: "Ab Ende November können wir mit Schneefall rechnen. Am Berg könnte die Schneedecke dann durchgehend bis zum Frühjahr halten.“

Sogar in den Niederungen muss ab diesem Zeitpunkt mit Schnee gerechnet werden, doch länger als ein paar Tage bleibt er da nicht liegen. Und die Kinder dürfen sich auch freuen: "Die Chance auf weiße Weihnachten ist heuer auf jeden Fall höher als 2006."

Erderwärmung
Trotz einer Wiederkehr des Winters passt auch diese Saison in die Theorie der Erderwärmung. Denn wenn man den langjährigen Trend der Temperaturkurven vergleicht, sieht man einen konstanten Anstieg. Eine Untersuchung der ZAMG zeigt einen Anstieg pro Jahr um 0,6 Grad Celsius.

Doch Winter mit Minusgraden und Schnee werden nicht dauerhaft verschwinden, erklärt Ernest Rudel: "Aber diese werden viel seltener stattfinden als bisher. Der vergangene warme Winter ist uns als Extremwinter in Erinnerung, doch in der Zukunft wird das als ganz normaler gelten.“ Kälterekorde wie im Jahr 1905 werden wohl kaum mehr erreicht. Damals wurden auf dem Sonnblick –37,4 Grad gemessen.


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