15. April 2009 16:09

Sommerliches Wetter 

Hochsaison für Einbrecher & Taschendiebe

Am Häufigsten sind immer noch unqualifizierte Einbrecher am Werk, aber auch organisierte Banden treiben verstärkt ihr Unwesen.

Hochsaison für Einbrecher & Taschendiebe
© APA/HELMUT FOHRINGER

Das schöne Wetter lockt Einbrecher und Diebe an, warnt das Bundeskriminalamt. Die Menschen sind vermehrt im Freien, es gibt mehr Gedränge auf Straßen und Öffentliche Verkehrsmittel, was wiederum Nährboden für Taschendiebe ist, vermutet Rupert Sprinzl von der Abteilung Eigentumskriminalität im BK.

Spontane Einbrecher
Die Mehrzahl der Einbrecher seien einfach strukturierte Einzeltäter, so Sprinzl. Sie forschen nicht großartig das Objekt aus, sondern dringen spontan durch grüne Zäune, wo sie ungestört an der Tür oder am Fenster manipulieren. "Manchmal läuten sie einmal und wenn niemand aufmacht, dringen sie ins Haus ein." Am häufigsten wird in entlegene Objekte oder in Wohnungen eingebrochen, die am Ende des Ganges oder ums Eck liegen, wo nicht viele Leute vorbeigehen würden, sagte der Kriminalist.

Organisierte Banden
Für eine geringere Anzahl der Eigentumsdelikte sind organisierte Banden verantwortlich. Sie schauen sich genau die Umgebung an, fahren langsam durch Wohngebiete. "Wenn sie da auffallen, bekommen wir schon die ersten Hinweise." In der Nacht oder in der Dämmerung kommen sie wieder, lassen sich nicht einmal von einer Alarmanlage abschrecken, brechen ein und sind in fünf Minuten wieder weg.

Klein und wertvoll muss es sein
Einbrecher lassen alles mitgehen, was klein und wertvoll ist, so Sprinzl. "Geld, Schmuck, Kreditkarten und Handy. Fernseher nehmen sie in den seltensten Fällen mit." Sprinzl hatte gerade einen Fall auf dem Tisch, wo bei einer Künstlerin eingebrochen wurde. Sie besitzt ein sehr kunstvoll angefertigtes Collier, das zwar wie Modeschmuck aussieht, aber Teile aus purem Gold sind. "Das haben sie liegen gelassen, weil sie es als echten Schmuck nicht erkannt hatten."

Taschendiebe im Kollektiv
Taschendiebe nutzen das Gedränge in Öffis in Stoßzeiten. "Es sind immer mehrere Täter gleichzeitig, einer lenkt ab, einer stiehlt und die gestohlene Geldbörse wird gleich an den nächsten weitergegeben." Sprinzl: "Sie nehmen alles, was sie erwischen können, Geld, Handy, iPod."

Kinder als Täter
An der Vorgehensweise habe sich in den vergangenen 20 Jahren nichts geändert. "Nur Kinder als Diebe hatten wir vor Jahren noch nicht." 2007 und im Vorfeld zur Euro 2008 gab es rumänische Kinder, die als Taschendiebe unterwegs waren. "Das wurde von uns erfolgreich bekämpft", sagte Sprinzl.


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