01. Dezember 2011 15:18
Der Ball des Wiener Korporationsrings (WKR) wird höchstens noch einmal in der Hofburg stattfinden. Nach der Ballsaison 2012 werde man nicht mehr als Veranstaltungsstätte zur Verfügung stehen, teilte die Wiener Hofburg Kongresszentrum BetriebsgmbH am Donnerstag per Aussendung mit. Für kommendes Jahr kann die Hofburg den Vertrag nicht kündigen, hofft aber auf eine Absage durch die Burschenschafter.
"Eine Absage des WKR-Balls 2012 durch den Ballveranstalter käme der Hofburg Vienna sehr gelegen", wurde betont. Dass es dazu kommt, sei angesichts des bereits laufenden Kartenverkaufs allerdings nicht anzunehmen, sagte Kongresszentrum-Geschäftsführerin Renate Danler.
Die Absage für die Jahre danach wird mit der "aktuellen politischen und medialen Dimension, welche die Abhaltung des WKR-Balles in den letzten Jahren angenommen hat", begründet. Der Beschluss fiel am Donnerstag in der Generalversammlung der Betreibergesellschaft, und zwar laut Danler einstimmig.
In der Aussendung unterstreichen die Betreiber, dass die Hofburg als international ausgerichtetes Kongress- und Veranstaltungszentrum eine politisch neutrale Position einnehme. "Wir stehen jedem Veranstalter offen, der auf Grundlage der Gesetze konstituiert ist, dessen Veranstaltung nicht gegen das Gesetz verstößt und der unsere Vertragsbedingungen einhält."
Der WKR-Ball findet seit 43 Jahren immer am letzten Freitag im Jänner in der Wiener Hofburg statt. Der Wiener Korporationsring ist ein Zusammenschluss von Studentenverbindungen, die laut Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands dem deutschnationalen bis rechtsextremen Milieu entstammen. Immer wieder wird kritisiert, dass dabei neben FPÖ-Repräsentanten auch Mitglieder rechtsextremer Burschenschaften teilnehmen. Alljährlich gibt es deshalb Kritik, Gegendemos und Ausschreitungen.
Zuletzt hatten die Casinos Austria als Mitgesellschafter der Hofburg BetriebsgesmbH angekündigt, bei der Gesellschafterversammlung die Burschenschafterveranstaltung aufs Tapet zu bringen und sich gegen die Abhaltung dieses Balls aussprechen zu wollen. Man lehne jede Form von Extremismus entschieden ab und wollen Organisationen, die die nötige Distanz zu einschlägigem Gedankengut vermissen lassen, keine Bühne geben, wurde erklärt.
Organisator schließt Absage für 2012 aus
Der Organisator des Balls, Udo Guggenbichler, schloss eine freiwillige Absage der Veranstaltung im Jahr 2012 so gut wie aus. "Wir werden uns das in den Gremien anschauen, aber ich gehe nicht davon aus", sagte Guggenbichler, der für die FPÖ im Wiener Gemeinderat sitzt.
Es handle sich beim WKR-Ball, der im kommenden Jahr für den 27. Jänner anberaumt ist, um eine Veranstaltung, "die nicht einmal im Ansatz politisch agiert", da sie eine reine Tanzveranstaltung sei, ärgerte sich Guggenbichler. Vielmehr werde man in ein "politisches Eck" gedrängt. Außerdem sei der Ball mit seinen tausenden Besuchern ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt. "Unsere Gäste gehören zu den Leistungsträgern dieser Republik", vergaß der Organisator nicht zu betonen.
Reaktionen: FPÖ erbost, Grüne erfreut
Die FPÖ reagierte erbost auf die Verbannung des Balls. Die Eigentümer der Hofburg-Betriebsgesellschaft hätten offenbar "dem linken Mobbing und dem Druck der Straße nachgegeben", so Parteichef Heinz-Christian Strache, selbst Besucher des alljährlichen Burschenschafter-Treffens. Der FP-Chef verwies auf die touristische Bedeutung des Balls und sicherte den Veranstaltern seine volle Unterstützung zu.
Jubel herrschte dagegen bei den Grünen. Der Wiener Grünen-Klubobmann David Ellensohn begrüßte die Entscheidung. "Die jahrelangen Proteste und Demonstrationen des antifaschistischen Österreich haben endlich gewirkt", freute er sich. Der Aufstand der Zivilgesellschaft gemeinsam mit den Religionsgemeinschaften, den Grünen und der Wiener SPÖ habe zu einem Umdenken beim Veranstaltungszentrum und seinen Gesellschaftern geführt.
Und fuer naechsten 43 Jahre findet dann der gruene Bolschewiken-Ball
in der Hofburg statt :-) Ist ja nur gerecht. Oder? Rot-Front!
Die passen dann sowieso besser zu der "Wiener Kongresszentrum Hofburg Betriebsges.m.b.H."
das der ring dabei auch frei bleibt macht diese nachricht richtig schön fg*
Zitat:
2.1. Um sicherzustellen, dass nur solche Veranstaltungen von Vertragspartnern abgehalten werden, die dem Niveau des Hauses entsprechen, hat der Veranstalter der Betriebsgesellschaft Art und Zweck der Veranstaltung bekannt zu geben.
Ich nehme an dies wurde von der WKR sicher auch getätigt. Es hieß ja Tanzveranstalltung.
Eine Ablehnung, aus Gründen die nicht in den AGBs niedergeschrieben sind, ist unstatthaft weil sich das Angebot an jeden richtet.
Das war eine schlagende Burschenschafter-Verbindung!
Erwiesen ist, dass Karl Marx wegen "Tragen eines Säbels" verurteilt wurde.
ich stelle zu Recht fest
du wirst deinem Usernamen ganz toll gerecht.
haben? Sollen eine Wallfahrt nach Braunau und München gemeinsam machen.
In Österreich wird jeder der Normal denkt von den Roten und Grünen als NATZZI bezeichnet!!!
Österreich entfernt sich immer mehr vom Rechtsstaat!!!