08. April 2009 10:19
Dank Google kann man auf einen teuren Flug verzichten, „Street View“
ermöglicht in jeder größeren Stadt einen virtuellen Spaziergang. Von den
US-amerikanischen Metropolen gibt es bereits genug Bilder, nun touren die
Google-Mitarbeiter mit ihren Kamera-Autos quer durch Europa, um das
Bild-Angebot zu vergrößern.
Auf Ringstraße gesichtet
In den letzten Tagen gab es zahlreiche Berichte von Passanten, die einen
roten Opel inklusive Google-Aufkleber und auf dem Dach montierten Kameras
gesehen haben, es gibt auch erste Schnappschüsse des Autos im Internet auf
diversen Web-Blogs zu sehen. Gesichtet wurde der rote Wagen in der Nähe des
alten AKH und auf der Wiener Ringstraße. Nun wird also auch Wien Teil des "Street
View"-Service von Google, bald kann man zu Hause mittels PC und
Internet per Mausklick durch die Straßen der Bundeshauptstadt spazieren.
Virtuelle Europa-Tour
Seit dem Sommer 2008 gibt es europäische Panorama-Fotos zu sehen. Teile von
Frankreich, Italien, Spanien sind bereits online zu sehen, seit 2009 kann
man sich auch in Großbritannien und den Niederlanden umschauen.
Von österreichischen und deutschen Städten gibt es bislang keine Bilder,
obwohl bereits im Sommer 2008 ein Auto von Google in Wien unterwegs gewesen
sein soll.
Sorge um Privatsphäre
Während viele junge Menschen den Kamera-Autos regelrecht nachjagen, um
später auf möglichst vielen Aufnahmen in „Google Street View“ zu erscheinen,
machen sich andere Leute Sorgen um ihre Privatsphäre. Gesichter und
Kennzeichen werden zwar automatisch unkenntlich gemacht, allerdings
unterlaufen der dafür zuständigen Software vereinzelte Fehler und manche
Gesichter bleiben dadurch weiterhin erkennbar. Viele Hausbesitzer sind auch
der Meinung, dass die Bilder Verbrechern bei der Einbruchs-Planung
behilflich sein könnten.
Strenge Datenschutzbestimmungen
Allerdings könnte Google in Österreich auf Schwierigkeiten stoßen, da es
weitreichende Datenschutzbestimmungen gibt. Die österreichische Gesellschaft
für Datenschutz (ARGE) bezeichnet die Maßnahmen von Google als unzureichend:
"Denn hierzulanden gilt nämlich schon das bloße Fotografieren als
unzulässiger Eingriff."
Allerdings bietet Google allen
abgebildeten Leuten die Möglichkeit, Bilddetails löschen zu lassen, falls
diese die Privatsphäre der betroffenen Personen bedrohen.