09. August 2009 15:02
In der Causa Kampusch unterstützt Ludwig Adamovich, Leiter der
Evaluierungskommission, seinen Kollegen Johann Rzeszut voll und ganz.
Adamovich im Interview mit ÖSTERREICH (Montag-Ausgabe): "Ich habe mich ganz
schön weit aus dem Fenster gelehnt und dafür auch von vielen Seiten Prügel
bekommen, das ist richtig. Was Rzeszut nun sagt, deckt sich durchaus mit
meiner Auffassung. Rzeszut war lange Zeit Staatsanwalt. Er kennt sich also
wirklich aus."
Der ehemalige OGH-Präsident hatte in einem mehrseitigen Brief an ÖSTERREICH
betont, dass er nicht verstehe, warum die Verantwortung für den Fall "bei
einem leitenden Oberstaatsanwalt bleibt, der die von kriminalpolizeilicher
Seite angeregten Ermittlungen ins Lächerliche zieht."
Natascha in Lebensgefahr
Und Rzeszut sieht Natascha Kampusch
durch einen möglichen noch nicht belangten Mittäter in Lebensgefahr: "Wir
fürchten nichts mehr als in einigen Jahren eine Zeitungsmeldung des Inhalts:
"Natascha Kampusch tot aufgefunden" oder "Natascha Kampusch tödlich
verunglückt".
"Kampusch soll reden"
Auch hier unterstützt Adamovich
die Ansicht Rzeszuts und betont: "Natascha Kampusch soll alles aufklären.
Ja, das hoffe ich sehr, denn das ist letztlich in ihrem eigenen Interesse.
Denn auch hier stimme ich Rzeszut durchaus zu, dass Kampusch sich selber
gefährden kann, wenn sie nicht selbst alles sagt und aufklärt. Die
Möglichkeit der Lebensgefahr ist natürlich da."
Seine Hoffnungen setzt Adamovich auf den neuen 1. Oberstaatsanwalt: "Nun hat
der erste Oberstaatsanwalt aus Graz, Thomas Mühlbacher, seine Tätigkeit
aufgenommen. Und ich bin fest davon überzeugt, dass er alles tun wird, um
Licht in bestehende dunkle Zonen zu bringen."