03. Dezember 2009 12:39
Es war einer der größten Mordfälle Arizonas. Am 1. November 1996 kam der
53-jährige Bautycoon Gary Triano an seinem Geburtstag von einer Partie Golf
zum Parkplatz des La Paloma Country Clubs. Er stieg in seinen Lincoln und
freute sich über eine Tasche, die jemand im unversperrten Pkw hinterlegt
hatte. In dem Bag lagen Zigarren. Gary Triano griff nach ihnen, da
explodierte die Bombe. Der Lebemann wurde in Stücke gerissen. Seine
Gold-Rolex blieb um exakt 15.38 Uhr stehen.
Rosenkrieg
Es gab eine Reihe von Verdächtigen: Partner,
Investoren, die drei Mütter seiner fünf Kinder. Von seiner letzten Frau, der
Immobilienhändlerin und republikanischen Politikerin Pamela Phillips (damals
Anfang vierzig), hatte er sich gerade scheiden lassen. Ein schmutziger
Rosenkrieg folgte. Vor Gericht attackierte sie ihn mit den Fäusten.
Auftragsmord
Was die US-Ermittler anfangs nicht wussten, war,
dass ein Betrüger und Erpresser, ein gewisser Ronald Young aus Aspen in
Colorado, der neue Lover der Millionärs-Witwe war.
Die Blondine soll ihren Freund angestiftet haben, für 400.000 Dollar die
Bombe zu platzieren und mittels Fernbedienung zu zünden. Motiv: eine
Lebensversicherung über zwei Millionen Euro, die der Baulöwe für die Kinder
seiner Frau abgeschlossen hatte.
Hinweise
Die Verdächtige setzte sich mit ihren Töchtern nach
Europa ab – und telefonierte regelmäßig mit Young, der die Gespräche aufnahm
und sie erpresste („du gehst lange ins den Knast“). Phillips zahlte. Als
die Ermittler 2008 den Mann aufspürten, entdeckten sie die Tonbänder. Auf
ihnen finden sich viele Hinweise, die auf Pamela Phillips als Auftraggeberin
deuten.
In Abwesenheit wurde die Frau in den USA übrigens zur Zahlung von 10
Millionen Dollar an die anderen drei hinterbliebenen Kinder von Triano
verurteilt. Vom erbombten Reichtum bleibt ihr also definitiv nichts mehr,
wenn sie vom Landesgericht Wien ausgeliefert wird.
Christkindlmarkt
Zum Verhängnis wurde Pamela, dass sie nach Wien
wollte – ihre liebste Stadt in Europa. Vor Weihnachten wollte sie mit ihrem
jüngeren Lover die Christkindlmärkte besuchen, wobei sie erneut im Hotel
„Kaiser Franz Joseph“ in der Sieveringer Straße abstieg.
Zielfahnder Helmut Reinmüller vom Bundeskriminalamt: „Die Sache ging
wirklich ganz easy über die Bühne. Sie hat gar nicht aufgemuckt, als wir bei
ihr anklopften.“ Im Auftrag des FBI und auf Basis eines Rechtshilfeansuchens
wurde die Amerikanerin verhaftet. Für sie gilt die Unschuldsvermutung.