18. Juni 2008 09:51
Der Kampf mit den Urgewalten gilt an sich als Sache für harte Männer. Jetzt
hat sich eine Österreicherin daran gemacht, den Herren in ihrem ureigensten
Metier die Schneid abzukaufen. Die österreichische Kitesurferin Gabi Steindl
ist die erste Frau, die sich in dieser Trendsportart auch in die bis zu zehn
Meter hohen Meereswellen wagt.
Trendsetterin
Steindl ist damit auch zur Trendsetterin geworden. "Ich
habe immer versucht, als erste Frau dort zu sein, wohin sich vorher keine
wagte", erklärt die Wienerin, warum sie als einziges Girl in den
lebensgefährlichen "Big Waves" kitet, wo sonst nur männliche
Vollprofis zu Hause sind. Ihren ersten Triumph feierte die Döblingerin
vergangenes Jahr, als sie vor Mauritius beim Kiteival, der inoffiziellen WM,
als einzige Dame im Feld von fast 30 Männern - darunter der Weltmeister -
das Kursrennen gewann.

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Seitdem weiß Steindl, deren elterlichen Wurzeln in Oberösterreich liegen und
die als "Kitegabi" auch durchs Internet surft (www.kitegabi.com),
warum sie vor sieben Jahren ihre Karriere als Marketing-Managerin eines
Finanzverlages in London und Hongkong sausenließ. Stattdessen folgte sie dem
Ruf des Meeres und des Windes und wandte sich dem in den 1990er-Jahren
entstandenen Trendsportart mit dem Lenkdrachen (Kite) und dem Surfboard zu.
Sechssprachig und Sportlich
Die sechssprachige und sportliche
Steindl - als Jugendliche war sie u.a. Stuntreiterin in der
Disney-Produktion "Drei Musketiere" - war damit eine der ersten
Frauen in dieser Sportart und feierte bald Erfolge im Weltcup. Und sie ist
nun die erste Frau, die sich mit dem Kite auch in die Steilwände und Tubes
der bis zu zehn Meter hohen Monsterwellen wagt, deren Hunderte Tonnen
schwere Wassermassen bisher den Surfern vorbehalten schienen. Das sorgte für
derartiges Aufsehen, dass die 31-Jährige bereits einen TV-Beitrag auf ATV
hatte und vergangenen Sonntag bei "Vera exclusiv" im ORF auftrat.

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Getreu ihrem Motto - "Das Leben ist keine Generalprobe" - sehen
Steindl und ihre Kitekollegen aber nicht die Gefahr verstrickter Seile, die
bis zu 30 Meter lang sind und über die der Surfer mit dem über eine Handbar
gesteuerten Kitedrachen verbunden ist. Sondern nur die Vorteile: Surfer
kommen nur mit Hilfe von motorisierten Jetskis in die Riesenwelle,
Kitesurfer schaffen das dank ihrer Lenkdrachen mit reiner Windkraft.
Weltenbummlerin
Als Weltenbummlerin sieht sich "Kitegabi"
auch als eine "Kitenomadin", die auf der ganzen Welt zu Hause ist.
Auf ein reines Leben mit baumelnder Seele zu schließen, wäre aber falsch. Um
sich finanziell über Wasser zu halten, schreibt Steindl neben dem Training
für Fachmagazine und ist auf Sponsorensuche. Der Trend zeigt eindeutig zum
Lifestyle, dennoch verfolgt sie hartnäckig einen Traum: "Irgendwann
Weltmeisterin werden!"
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