5 Kilo Drogen beschlagnahmt
Kokain-Bande gesprengt
11 Händler geschnappt - Drogendealer boten Kokain als "Edelchampagner" an.
Der berühmte Naschmarkt im Herzen Wiens ist bekannt dafür, dass es dort fast alles gibt. Doch das galt sehr lange auch für die zahlreichen Lokale und Beiseln in Naschmarktnähe in Wien-Mariahilf. Koks, Heroin, Marihuana, Speed: Der geneigte Konsument hatte quasi die freie Auswahl.
Jetzt ist das Sortiment allerdings eingeschränkt. Dank den Ermittlern des LKA Süd (Gruppe Vorlaufer) um Oberstleutnant Gerhard Winkler. Sie haben das Wiener Koks-Kartell gesprengt und einen großen Schlag gegen die Suchtgiftszene errungen.
Ehepaar verkaufte Koks
als „Edelchampagner“
Monatelang observierten die Fahnder dabei Karl-Heinz O. (50) aus Bruck an der Mur (Steiermark) und dessen Gattin Ingrid (38). Er ein beschäftigungsloser Wahlwiener, der bislang polizeilich nur durch kleine Delikte in Erscheinung getreten war, sie seine willige Helferin. Das Pärchen dealte praktisch mit allem, was das Suchtmittelgesetz verboten hat. Unter dem Decknamen „Edelchampagner“ verkaufte O. dabei sein reinstes Koks, das er seinen Abnehmern steinförmig anbot. Schon im vergangenen Sommer wurden die beiden festgenommen, sitzen seitdem in U-Haft (es gilt die Unschuldsvermutung).
„Sie sind nicht die Köpfe der Bande, aber sie gehören zu den Haupttätern“, sagte Chefermittler Winkler zu ÖSTERREICH. Über sie wurden im Laufe der Monate elf weitere Drogenhändler festgenommen, die in Justizanstalten in Wien und Graz auf ihre Prozesse warten. 24 Suchtmittelkonsumenten wurden ebenfalls ausgeforscht und angezeigt.
Bei Hausdurchsuchungen wurde schnell klar, um welche Dimensionen es sich beim Koks-Kartell handelte. Über ein Kilo Kokain, 4,5 Kilo Haschisch, 222 Gramm Heroin (Gesamtwert 300.000 Euro) sowie 14.000 Euro Bargeld in Hunderternoten wurden beschlagnahmt. Den Beschuldigten wurde insgesamt der Verkauf von 15 Kilo Kokain und 30 Kilo Cannabis nachgewiesen.
Seitdem ist es rund um den Naschmarkt wieder etwas ruhiger geworden.
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