06. November 2007 18:05

Qualvoll erstickt 

Lucas Todesprotokoll

Der 17 Monate alte Luca wurde durch Zudrücken des Mundes oder des Halses erstickt. In U-Haft: der Freund der Kindesmutter.

Lucas Todesprotokoll
© Repro Smart Design

Die Obduktion am Mittwoch machte die Tragödie des kleinen Luca endgültig zum Kriminalfall. Denn die gerichtsmedizinische Untersuchung des 17 Monate alten Buben er gab als "eindeutige Todesursache" Fremdverschulden.

Mund zugehalten
Luca starb an den Folgen eines Gehirnödems - und "Verletzungen, die sich der Bub nicht selbst zugezogen haben kann", erklärt der Leiter des Landeskriminalamts Niederösterreich, Oberst Franz Polzer. Der Top-Cop weiter: "Vermutlich wurde Luca der Hals zugedrückt oder der Mund zugehalten, bis er sich nicht mehr gerührt hat. Und als der Täter in einem Sekundenbruchteil von Vernunft oder Gefühl erkannte, was er angerichtet hat, wählte er den Notruf."

Lesen Sie hier: Interview mit Lucas Großmutter

Oft geprügelt
Die Untersuchung des kleinen Leichnams zeigt auch Blessuren und Blutergüsse, die von früheren Gewaltattacken stammen. Im Klartext: Luca ist auch vor seinen tödlichen Verletzungen vergangene Woche mehrmals brutal misshandelt worden. Weshalb Berhard Haaser (39), der leibliche Vater des wehrlosen Opfers, Fürsorgebehörden anklagt: "Der Bub war mehrfach im Spital, es wurde auch Anzeige von Ärzten erstattet - aber niemand hat das Kind beschützt“.

Lesen Sie hier: Lucas Todeskampf dauerte acht Minuten

U-Haft
Hauptverdächtig in dem Misshandlungs-Fall ist Fritz D. (23), seit einem Jahr Freund der Kindesmutter Melanie G. (22). Der gelernte Tischler aus Rannersdorf rief, wie berichtet, am Donnerstag den Notarzt und gab an, dass Luca „nicht mehr atmen“ würde. An der Seite des mutmaßlichen Totschlägers: Mama Melanie, die auch noch einen vierjährigen Sohn hat.

Verdacht
Beide sprachen von einem "Unfall". Aber Lucas Verletzungen sprachen dagegen. Und von Kinderärzten im Wiener Spital SMZ-Ost alarmiert, nahm die Kripo Fritz D. noch am Samstag in U-Haft, die Kindesmutter wurde vorerst nur auf freiem Fuß angezeigt. Laut Kripo-Chef Polzer verdichten sich allerdings die Hinweise auf eine Mitschuld der Tirolerin: „Ihre mögliche Mittäterschaft ist keineswegs vom Tisch.“

Einerseits meint die Großmutter von Luca, dessen Mutter sei gewaltbereit gegenüber Kindern. Andererseits halten es die Beamten für schwer vorstellbar, dass sie nie etwas bemerkt habe.


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