15. Juli 2012 08:06

Drama in Wien 

Mama-Mord: Jetzt spricht die Familie

Freund nach zwei Jahren festgenommen: Schwester im Interview: „Er war’s“

Mama-Mord: Jetzt spricht die Familie
© privat
Mama-Mord: Jetzt spricht die Familie
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Ganz verkrampft sitzt Shpresa D. (37) auf dem dunklen Sofa in der total ­beengten Wohnung in Wien-Hütteldorf. Die Schwester von Flora A. versucht, stark zu wirken. Doch ihre Augen verraten die vielen Tränen, die sie in den letzten zwei Jahren geweint hat. Ihr Ehemann Abedin D. (42) streichelt ihr über die Hand. „Es war eine harte Zeit. Aber jetzt sind wir erleichtert, dass der mutmaßliche Mörder endlich verhaftet wurde“, sagt die gebürtige Albanerin, die sich zusätzlich zu ihren drei Kindern auch um die zwei ihrer Schwester kümmert.

Wie berichtet, läuteten am Donnerstag die Kriminalbeamten bei Gerhard N., dem Ex-Freund der Toten. Der damals 43-Jährige soll im Oktober 2010 Flora A. (28) mutmaßlich ermordet und anschließend verbrannt haben – es gilt die Unschuldsvermutung. Ihre Leiche wurde einen Monat später in einem Feld nahe Bratislava gefunden. „Wir wussten von Anfang an, dass er der Täter ist. Drei Wochen bevor Flora verschwunden ist, hat sie ihn rausgeschmissen. Er hat sie angeschrien und gesagt, dass er sie töten wird“, sagt Shpresa aufgeregt.

Mutmaßlicher Täter in U-Haft
Der U-Richter entscheid, dass Gerhard N. – der auch Kontakte in die Rotlichtszene hat – tatverdächtig ist und in Untersuchungshaft in der Justizanstalt Josefstadt bleibt. Bereits im Mai 2011 war er festgenommen, doch aus Mangel an Beweisen wieder frei gelassen worden. Das Problem: Die Beweislage ist dünn. Einziges Indiz: Fasern auf einer Decke, in die der Leichnam eingewickelt war und die sich auch in der Wohnung von Flora und Geri fanden.

"Haben alle Todesangst, dass er freikommt …"

ÖSTERREICH: Wie geht es Ihnen, seit Sie wissen, dass der Verdächtige verhaftet wurde?
Shpresa D.: Ich war erleichtert. Ich wusste immer, dass er sie getötet hat. Ich hoffe, er bekommt lebenslänglich. Obwohl das eigentlich noch zu wenig ist.

ÖSTERREICH: Wie haben Sie und Ihre Familie die letzten zwei Jahre erlebt?
Shpresa D.: Es war für uns eine harte Zeit. Meine Mama hatte immer Angst, dass uns die Polizei vergisst. Sie ist sehr krank und ich hatte einen Lungeninfarkt. Aber ich muss stark sein.

ÖSTERREICH: Wie haben Floras Kinder den Schicksalsschlag verarbeitet?
Shpresa D.: Sie sind seit zwei Jahren in psychologischer Behandlung. Der Bub, Avdyl, zeigt keine Emotionen, ist total verschlossen. Die kleine Ani­sa weint viel und fragt oft nach der Mama.

ÖSTERREICH: Haben Sie ihnen gesagt, dass ihre Mutter ermordet wurde?
Shpresa D.: Eigentlich wollte ich ihnen sagen, dass ihre Mama einen ­Unfall hatte. Aber Anisa wusste sofort, dass der Geri sie getötet hat.

ÖSTERREICH: Was machen Sie, wenn er freikäme?
Shpresa D.: Das wäre eine Katastrophe für uns. Wir haben alle Todesangst vor ihm.


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