05. April 2009 13:33
Es war der erste Abend, den man heuer in Wien völlig unbeschwert im Freien
genießen konnte: Samstagabend waren an die 20.000 Menschen auf der
Donauinsel unterwegs, um die letzten Sonnenstrahlen dieses herrlichen Tages
zu genießen.
Ungebetene Gäste
Unter ihnen waren freilich auch zwei
Gruppen, die das schöne Wetter auf ihre eigene, höchst unsympathische Art
nützen wollten: Im Bereich des Nordstegs trafen gegen 19.00 Uhr zwei Gruppen
aufeinander, die tagsüber nicht nur Sonne getankt hatten, sondern offenbar
auch jede Menge Dosenbier und wohl auch ansehnliche Dosen verbotener
Substanzen intus hatten.
Linke als Fremdenhasser?
Was dazu führte, dass plötzlich
ausgerechnet eine Horde linker Punks aus der Anarchoszene offenbar den
Fremdenhass in sich entdeckte – sie gingen mit Fäusten, Holzlatten und
allem, was sich als Hiebwaffe eignete, auf eine andere Gruppe los, die schon
im Vorjahr in eine wüste Prügelei auf der Donauinsel verwickelt war – damals
gegen Türken, was mit einem Schwerverletzten nach einem Messerstich endete:
Die Anarchos hatten sich für den Aggressionsabbau jene jungen Männer
ausgesucht, die laut Polizei großteils österreichische Reisedokumente haben,
aber aus der russischen Föderation stammen.
Im Klartext: Die Tschetschenen, die seit einem Jahr diesen Teil der
Donauinsel für sich beanspruchen. Eine halbe Stunde lang flogen die Fäuste,
bis die ersten von einem Dutzend Funkstreifenwagen beim Nordsteg eintrafen
und dem Spuk ein Ende bereiteten. Die Bilanz der Schlägerei laut Iris Seper
von der Polizei: „Sechs Verletze, großteils mit Kratz- und Schürfwunden.
Einige haben ordentliche Schwellungen und blaue Augen davongetragen. Wir
haben ihre Personalien aufgenommen und erstatten Anzeigen.“