17. Juni 2009 11:00

Steigerung 

Mehr Rowdys auf Fahrrädern unterwegs

Radfahrer sind laut einer ÖAMTC-Studie immer schneller unterwegs. Viele halten sich nicht an die Verkehrsregeln. Die Unfallzahlen steigen.

Mehr Rowdys auf Fahrrädern unterwegs

Einer aktuellen ÖAMTC-Tempomessung zufolge – 550 Radfahrer – rast mehr als ein Drittel der Radler mit bis zu 30 km/h durch die Stadt. Im Vergleich zu früheren Messungen sind die Biker damit deutlich rasanter unterwegs, behauptet zumindest der ÖAMTC.

„Fahrradfahrer sind wohl auch deshalb immer schneller unterwegs“, so Hans Doppel, Sprecher der ARGUS, „weil der Autoverkehr immer schneller wird. Es wäre gut, wenn es gelingen würde, die Geschwindigkeit aller Verkehrsteilnehmer zu reduzieren.“

„Das Tempo der Fahrradfahrer ist im Vergleich zu früher gestiegen, allerdings“, schwächt Verkehrspsychologin Marion Seidenberger vom ÖAMTC ab, „in keinem besorgniserregenden Ausmaß.“

Arglose Radfahrer
Bedenklich sei allerdings, dass viele Fahrradfahrer sehr sorglos unterwegs sind. So hatten knapp 80 Prozent der am Ringradweg beobachteten Radler keinen Helm auf. Ihr Motto: Mir passiert auf der kurzen Strecke eh nichts.

Tatsache aber ist: Bereits ab 15 km/h kann man sich ohne Helm schwere Kopfverletzungen zuziehen. Bei 30 km/h vervierfacht sich die Bewegungsenergie und dementsprechend die Schwere der Verletzungen.

Mangelnde Konzentration. Eine weitere Unsitte: Mindestens sieben Prozent der Radler hörten während der Fahrt Musik oder waren mit ihrem Handy beschäftigt. Dazu die Verkehrspsychologin: „Man nimmt sich dadurch die Möglichkeit, adäquat auf eine Gefahr zu reagieren.“

Überdies würden viele Radfahrer keine Radwege, sondern den Gehsteig benützen, gegen die Einbahn fahren, keine Handzeichen geben und manche sogar rote Ampeln missachten.

Sind Radfahrer die neuen Rowdys auf den Straßen?
„Das ist ein fürchterliches Klischee, das uns da umgehängt wird, das stimmt doch gar nicht“, ärgert sich der ARGUS-Sprecher, „wie bei anderen Verkehrsteilnehmern gibt es auch unter den Radfahrern einige wenige, die sich nicht an die Regeln halten.“

Zunahme an Unfällen
Sicher ist nur soviel: Die Zahl der Fahrradunfälle nimmt zu. Laut aktuellen Daten der Statistik Austria gab es heuer im April 67 Fahrradunfälle. Im April 2008 waren es 55. Verletzt wurden im heurigen April 59 Fahrradfahrer, im April 2008 waren es 50. Das Fazit: Die Gefahr steigt nun mal mit der Geschwindigkeit.


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