04. Dezember 2007 21:35

Wien 

Nur 50 Teilnehmer beim Lichtermeer für Luca

"Lichter für Luca", unter diesem Titel fand heute in Wien eine Lichterprozession vom Stephansplatz zum Familienministerium statt.

Nur 50 Teilnehmer beim Lichtermeer für Luca
© APA

Rund 50 Menschen haben sich am Mittwochabend am Stephansplatz in Wien beim Stock-im-Eisen-Platz versammelt, um dem im November verstorbenen Luca zu gedenken. "Wir sind heute da, um unsere Solidarität mit dem Vater auszudrücken", sagte die Organisatorin Claudia Behrens, Wiener Lebens- und Sozialberaterin mit Schwerpunkt "Kinder, Jugendliche, Eltern". Großteils Familien mit Kindern zogen bei "Lichter für Luca" zum Familienministerium, um Familienministerin Andrea Kdolsky (V) eine Petition zur Reformation der Jugendwohlfahrt zu übergeben.

"Luca ist kein Einzelfall"
Mit Transparenten wie "Kein Krampus in der Jugendwohlfahrt" oder "Luca ist kein Einzelfall" sowie Fackeln und Kerzen wurde dem toten Buben zuvor am Stephansplatz in einer Schweigeminute gedacht. Die Hauptforderung der Organisatorin: "Es soll mit alten Strickmuster in den Behörden abgeschlossen und neue Instrumente installiert werden." Bernhard Haaser, der Vater von Luca selbst war verhindert, überbrachte aber über Behrens eine E-Mail-Botschaft: "Ich bitte alle Menschen, die hier heute erschienen sind und alle Menschen, bitte passt in Zukunft noch besser auf unserer Kinder auf. Nur wir können sie schützen." Laut Behrens will Haaser einen Verein gründen, der sich um jene Angehörige kümmern soll, die wie er von den Ämtern nicht beachtet werden.

Wenige Teilnehmer
Unter den Menschen am Stephansplatz war die geringe Teilnehmerzahl das dominierende Thema: "Wenn es um den Tierschutz geht, wären 1.000 Menschen hier", ärgerte sich eine ältere Frau. Viele Passanten blieben im späten Einkaufstrubel nicht stehen. "Es is eh alles für die Katz'", war sich ihre Nachbarin sicher, "ich mach' heute mit, obwohl das eh nicht viel nutzen wird". Weitaus positiver sieht das ein 35-jährigen Mann, der extra mit seiner Familie aus Niederösterreich angereist war: "Ich bin hier, damit in Zukunft so etwas nicht mehr geschieht", sagte er. "Möglichst viele Leute sollen ein Zeichen setzen", das wünscht sich seine 37-jährige Frau. Auf dem Rücken der beiden sind ihre zwei Söhne, sechs Monate und eineinhalb Jahre alt - "so alt wie der Luca", fügte die Frau hinzu.


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