12. November 2009 13:11
Kommenden Mittwoch ist es soweit: Der vor zwei Jahren in Wien geborene Panda
Fu Long ("Glücklicher Drache") wird die Reise in seine neue
Heimat China antreten. "Es erfüllt uns alle mit Wehmut, dass der Kleine
uns verlassen wird. Aber wir sind auch stolz darauf, das wir China einen
gesunden, kräftigen Panda zurückgeben können", erklärte
Dagmar Schratter, Direktorin des Tiergartens Schönbrunn, am Donnerstag bei
der offiziellen Abschiedspressekonferenz.
Geburt war Weltsensation
Die Geburt des putzigen Fellknäuels am
23. August 2007 wurde als Weltsensation gefeiert - "besonders, weil Fu
Long als zweiter Panda überhaupt in Europa geboren ist und als einer von
ganz, ganz wenigen durch natürliche Reproduktion entstanden ist",
sagte Schratter. Den Zuchterfolg führten die Direktorin und ihr Vorgänger,
der nunmehrige WWF-Österreich-Präsident Helmut Pechlaner u. a. darauf
zurück, dass man ein "sehr harmonisierendes" Pandapaar von
China bekommen habe und auch auf die gute Haltung.
"Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich dem kleinen Panda kurz
nach meinen Amtsantritt den Namen 'Fu Long' verliehen habe", meinte der
chinesische Botschafter Wu Ken. "In den vergangenen Jahren ist Fu Long
von zehn Zentimetern zu einem kräftigen Jungen herangewachsen. Ich glaube,
dass der Abschied allen, die ihn sehr liebhaben, schwerfällt - mir
persönlich auch. China hat dann hier einen Botschafter weniger."
Fu Long kommt in Pandazuchtstation
Der Besucherliebling mit
seiner weißen Pfote als besonderes Merkmal wird künftig in der Pandazucht-
und Forschungsstation in Bifengxia - rund 150 Kilometer von Chengdu, der
Hauptstadt von Sichuan, entfernt - leben. "Die Station wurde 2003
gegründet. Es gibt etwa 60 Pandas dort, große Reservate, ein Krankenhaus,
Bambusplantagen", beschrieb Schratter. "Im besten Fall wird er
dort eine Gefährtin finden, wie es bei seinen Eltern der Fall war, und
später selbst für Nachwuchs sorgen. Ich wünsche ihm, dass es ihm gut geht."
Fu Longs Eltern bleiben in Wien
Die Eltern des knuddeligen
Fellknäuels bleiben übrigens noch bis zum Jahr 2013 in Wien: "Ich
hoffe, dass die beiden dem Tiergarten in der nächsten Paarungszeit im
Frühling neuen Nachwuchs bringen", so Wu Ken. Tierarzt Thomas
Voracek erklärte, man erwarte tatsächlich, dass Fu Longs Mutter Yang Yang
ohne ihren Sprössling im kommenden Frühjahr wieder begattungsbereit sein
wird. Garantie für Nachwuchs gibt es aber natürlich nicht: "Schauen
wir einmal, was daraus wird."
Fu Longs Lebensweg sei seit seiner Geburt von tausenden Menschen mitverfolgt
worden - aber auch nach seiner Reise nach China wolle man ihn nicht aus den
Augen verlieren und weiter beobachten, erklärte die Tiergarten-Direktorin.
Dies geschieht auch über Forschungsprojekte, die u. a. Voraussetzung für den
Zoo sind, um die Großen Pandas halten zu dürfen. So werden z. B.
chronobiologische Untersuchungen bei neugeborenen Pandas und Arbeiten über
die akustische Kommunikation der Babys auch in China weitergeführt.
Fu-Long-Schokotörtchen
Übrigens - wem der Abschied vom
putzigen Besucherliebling schwerfällt, der kann sich ab sofort mit einem "Fu
Long-Törtchen" trösten: Die Schokowürfel werden nach der Rezeptur der
"Schönbrunner Kaisertorte", der Haustorte des Zoos, hergestellt. Sie sind
mit einem Bild des schwarz-weißen Fellknäuels versehen und der Aufschrift:
"Fu Long, wir lieben dich!" Die Törtchen sind in limitierter Anzahl
vorhanden und für 3,20 Euro pro Stück in den Gastronomiebetrieben des Zoos
zu haben.