Polizei Wien twittert 24 Stunden lang alle Einsätze

#24h133

Polizei Wien twittert 24 Stunden lang alle Einsätze

Die Wiener Polizei wird am Wochenende 24 Stunden lang über alle ihre Streifenwagen-Einsätze auf Twitter informieren. Die Online-Kurznachrichten werden unter dem Hashtag "#24h133" auf dem Account der Landespolizeidirektion (LPD) verbreitet. Von 7.00 Uhr am Samstag bis Sonntagfrüh soll der Bevölkerung ein Einblick in das breite Spektrum der Polizeiarbeit geben werden.
Die Wiener Polizei informiert seit Samstagfrüh 24 Stunden lang auf Twitter über jeden ihrer Streifenwagen-Einsätze.

Unter dem Hashtag "#24h133" auf dem Account der Landespolizeidirektion (LPD) wird der Bevölkerung auf humorvolle Art Einblick in die Polizeiarbeit gegeben. Nachtschwärmer, Verkehrskontrollen und -unfälle, Streitereien, Einbrüche, Falschparker und Diebe dominierten den Tag. "Auf der Gürtelbrücke spazieren die letzten Nachtschwärmer nach Hause - Unsere Kolleginnen zeigen ihnen den nächsten Gehsteig", twitterten die Beamten kurz nach 7.00 Uhr einen der ersten Einsätze. Wegen Nachwirkungen der Freitagnacht mussten die Beamten am Vormittag mehrfach ausrücken. "Immer noch #Partyhard in einer Wohnung in der #Leopoldstadt", hieß es wenig später. Polizisten des Funkwagens Theodor3 drehten die Musik leiser.

Auch ein mutmaßlicher Einbrecher in Favoriten stellte sich schließlich als harmloser Suchender heraus. "'Ich kann mein Schlüsselloch nicht finden...' Geklärt! Der Mann wurde nach Hause gelotst. Es war wohl eine etwas längere Nacht. ;)", konstatierten die Beamten. Ein verdächtiger "Herumschleicher" in Meidling entpuppte sich wiederum als neuer Bauherr.

Mehrfach beschäftigte Gefahr von oben die Polizei. So warf erst ein Mann in Landstraße Gegenstände aus dem Fenster, etwas später folgte in Wieden ein Bürosessel, ehe der Nachbarbezirk an der Reihe war. "Schon wieder ein 'Sessel-Schmeißer'. Diesmal in #Mariahilf. Was ist denn da los? #TagderfliegendenMöbelstücke?", fragten die twitternden Polizisten.

Die Beamten betätigten sich mehrfach als Streitschlichter. "In #Fünfhaus gerieten sich soeben zwei 80-Jährige in das nicht mehr vorhanden Haar. Otto2 ist unterwegs", informierte die Polizei mittags. In der Donaustadt rückten die Beamten zu einer Auseinandersetzung mit Eisenstange aus. "Waren dann doch nur Nordic-Walking-Stöcke und der Streit eher eine kleinere Meinungsverschiedenheit", folgte wenig später die Entwarnung.

Wenn vorerst auch der Cat-Content fehlte, so ging es dennoch tierisch zu. In Hernals befreiten die Beamten einen seit Stunden im Auto eingesperrten Hund und ernteten dafür zahlreiches Lob der User. In einer WC-Anlage in einem Park in Landstraße fanden Beamte eine Schlange, sie wurde der Tierrettung übergeben. Von der Westautobahn holten Polizisten einen Radfahrer, von der Wiener Außenringautobahn einen Mopedlenker. "Da hat wohl jemand in der Fahrschule nicht aufgepasst", kommentierten die Beamten. "Alles Gute dem frisch vermählten Hochzeitspaar! Der Autokonvoi darf trotzdem nicht auf der Autobahn halten #schlechterparkplatz", hieß es in einem anderen Tweet.

Weitere Funkwagen-Einsatzgründe waren zahlreiche Verparkungen (falsch abgestellte Fahrzeuge, Anm.), verwirrte Personen, Graffiti-Sprayer und Diebe. Ein Falschparker in Hernals erhielt sogar Radklammern. In Mariahilf erklärte die Besetzung des Funkwagens Emil5 einem "Langfinger, wie das mit dem Bezahlen funktioniert #stehlenistout".

Noch bis Sonntag 7.00 Uhr informiert die Polizei über ihre Einsätze. Mehrere Teams verfolgen im Schichtbetrieb in der Landesleitzentrale alle Einsätze und Notrufe mit. Um Schaulustige bei den Einsatzorten zu vermeiden, wird in den Tweets nur der betroffene Bezirk bekanntgegeben. Vorbild für den 24-Stunden-Twitter-Marathon ist eigenen Angaben zufolge die Berliner Polizei. Diese hatte bereits im Jahr 2014 mit dem Hashtag #24hPolizei einen Tag lang alle ihre Einsätze auf Twitter dokumentiert.

Twitternde Polizisten liegen im Trend. In München berichteten die Beamten am Freitag unter dem Hashtag #Wiesnwache von ihrer Arbeit am Oktoberfest. Die wichtigsten Themen: Streithähne, Zechpreller und Bieropfer. "4 Spanier wollen trotz vorherigem Hausverbot weiter ihr 'Despacito' trällern ... Jetzt tanzen sie halt mit uns auf die #Wiesnwache", berichteten die Beamten. Im Laufe des Abends füllte sich die Wiesnwache - und mit ihr der Twitterkanal der Münchner Polizei. "Die Kundenzufriedenheit unserer Zellen spricht sich rum...", schrieben die Beamten. Oder auch: "Aus der Reihe 'Die Maß war bekannt, das Ziel nicht'. Wir übergeben Volltrunkenen an Rettungsdienst". Den Usern besonders gefallen hat eine fast philosophische Frage der Beamten. "Wenn sich ein augenscheinlicher Hipster vor lauter Rausch vollgepinkelt hat, ist er dann ein Dripster?", rätselten die Münchner Polizisten.


 

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