12. Jänner 2010 15:04
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Ein 33-jähriger Serbe soll am Dienstag jene drei Schüsse abgefeuert haben,
von denen zwei einen 27-jährigen Wiener Polizisten schwer verletzten. Der
gesuchte Mihailo Vasic hatte sich illegal in Österreich aufgehalten und war
wegen mehrerer Straftaten angeklagt worden. Die Kripo fahndet im
Bundesgebiet und auch jenseits der Grenzen nach dem Untergetauchten.
"Gegen den dringend Tatverdächtigen besteht ein aufrechtes
Aufenthaltsverbot und es wird angenommen, dass dies ein Grund für den
Mordversuch und seine Flucht gewesen sein könnte", so die Polizei.
Hunderte Hinweise aus der Bevölkerung sind mittlerweile eingegangen.
Dringend
tatverdächtig: Mihailo Vasic. Die Polizei bittet um Mithilfe bei der Suche
nach dem 33-Jährigen. Er ist noch immer flüchtig. (c) BPD Wien.
Der angeschossene Polizist liegt weiter im Tiefschlaf. Sein Zustand wurde
aber als stabil angegeben.
2 Projektile verletzten den Polizisten
Der Besatzung des
Streifenwagens "Heinrich 6" war am Dienstag gegen 13.30 Uhr ein
silberner 5er BMW aufgefallen, der auf dem Lerchenfelder Gürtel eine gelbe
Ampel überfuhr. Der Polizist und seine Kollegin wollten den Wagen anhalten.
Der Lenker gab Gas und flüchtete.
In der Nähe der Ganglbauergasse sprang der Mann aus dem Auto, lief zunächst
davon und eröffnete
schließlich das Feuer auf den ihn verfolgenden Beamten. Am Tatort
wurden später drei Patronenhülsen Cal .32 (7,65) sichergestellt. Zwei
Projektile trafen den Polizisten, das dritte beschädigte ein geparktes Auto.
Der Verdächtige ist mit der Zulassungsbesitzerin des silberfarbenen BMW
bekannt. "Es besteht ein noch ungeklärtes Naheverhältnis, aber offenbar
sind sie keine Lebenspartner", sagte Polizeisprecher Mario Hejl.
Aufenthaltsort unbekannt
Auch der Aufenthaltsort der 32-Jährigen
war zunächst ungeklärt. An der im Zulassungsschein angegebenen Adresse hat
sie nicht gewohnt. Gegen die Frau liege aber nichts vor, hieß es.
Mihailo Vasic war als Asylwerber nach Österreich gekommen und im Dezember
2008 abgeschoben worden. Danach war er illegal im Land. Dem Vernehmen nach
ist der Mann wegen Betrugs, Einbruchs und Körperverletzung vor Gericht
gestanden, zuletzt im September 2009.
Projektil bleibt im Körper
Sein Opfer, ein junger
Familienvater, wurde im rechten Oberschenkel und im Oberkörper getroffen, wo
das Projektil gewandert und in einem Wirbelkörper stecken geblieben ist.
Sein Zustand sei weiter ernst, aber stabil. "Jetzt dort zu operieren,
wäre ein mühsamer Weg, weil sich an dieser Stelle große Gefäße befinden",
sagte Harald Hertz, ärztlicher Leiter des Lorenz-Böhler-Krankenhauses. "Das
Projektil ist daher vorerst sekundär. Vielleicht wird man es irgendwann
herausholen, falls es Beschwerden verursacht."
Künstlicher Tiefschlaf
Der Verletzte werde die nächsten
zwei bis drei Tage noch in künstlichem Tiefschlaf verbringen, um sich zu
erholen. Eine exakte Prognose konnte Hertz nicht abgeben. "Als er
eingeliefert wurde, hat er jedenfalls die Beine bewegt. Er wird also nicht
gelähmt sein, davon gehe ich aus", sagte der Mediziner. Mögliche
Folgeschäden werden untersucht, sobald der Patient geweckt worden ist.
10.000 Euro Belohnung
Hinweise nimmt das Landeskriminalamt Wien
(Gruppe Hoffmann) unter der Telefonnummer 01-31310-33120 entgegen. Die
Bundespolizeidirektion Wien hat über den Verein der Freunde der Wiener
Polizei eine Belohnung in der Höhe von 10.000 Euro ausgelobt.