25. Dezember 2009 13:02

Natascha in TV-Doku 

"Priklopil schnitt mir eine Glatze"

Am 25. Jänner strahlt die ARD die TV-Doku "Natascha Kampusch - 3096 Tage Gefangenschaft" aus.

"Priklopil schnitt mir eine Glatze"
© Kernmayer

Am 2. März 1998 wurde Natascha auf dem Schulweg vom Nachrichtentechniker Wolfgang Priklopil entführt. Interessant: In der ARD-Doku nennt Kampusch ihn nie beim Namen. Immer nur "Täter" oder "Entführer".

Er kerkerte sie in den letzten Winkel seines Kellers ein. Das Verlies ist 2,70 m lang, 1,80 m breit und 2,37 m hoch, um hineinzukommen, muss man sich durch ein 50 mal 50 cm großes Loch zwängen, das von einer schweren Stahltür verschlossen ist. Er verriegelte den Zugang durch zwei weitere Türen und tarnte ihn mit Gerümpel. Natascha erzählt in der TV-Doku: "Um in das Gefängnis zu kommen, hat er eine Stunde gebraucht. Ich war wie ein ägyptischer Pharao lebendig konserviert."

Natascha: "Es war kalt, feucht und ekelhaft"
Anfangs habe sie noch die Sekunden gezählt, bis sie eine Minute ergaben - aber irgendwann verlor sie den Überblick, erzählt Kampusch. "Meine innere Uhr war völlig aus dem Gleichgewicht, ich wusste nicht, ob es Tag oder Nacht ist." Im Dunkeln verharrte sie auf dem klammen Kellerboden. "Es war kalt, feucht, ekelhaft." Priklopil hatte ihr die Schuhe von den Füßen gerissen. Die brauche sie jetzt nicht mehr, sagte er und verbrannte sie.

Natascha wurden die Haare rasiert
Seine Gefangene musste sich die Haare mit Spangen zusammenbinden und darüber einen Plastiksack tragen, später rasierte er ihr eine Glatze. Er verbot ihr zu weinen, damit ihre Tränen nirgendwo Salzränder hinterließen. Weinte sie doch, würgte er sie und drückte ihren Kopf in ein Waschbecken. "Herr Priklopil war sehr auf Hygiene bedacht", beschreibt es Ernst H., bester Freund des Entführers in der Doku.

Natascha: "Parierte ich nicht, wurde ich misshandelt"
Hinterließ sie dennoch einen Fingerabdruck auf einem Türrahmen oder einer Glasplatte, folgten drakonische Strafen: "Dann wurde ich misshandelt", sagt Natascha. Auch habe er sie brutal niedergerungen, wenn sie nicht parierte. "Ich war lieber im Verlies als oben", sagt sie in der TV-Doku - und stellt die Situation somit völlig konträr dar wie Ludwig Adamovich.

Nachts durfte Kampusch fünf Minuten eine Hecke berühren. Wenn Priklopil sie in der Nacht für fünf bis zehn Minuten in den Garten ließ, nahm sie sich als Andenken ein paar Zweige ins Verlies mit. "Ich freute mich, die Hecke berühren zu dürfen, den Wind zu spüren", sagt Natascha.

"Niemals Opfer von Kinder-Pornoring oder SM-Praktik"
Im Film betont Kampusch auch, dass sie nie Opfer eines Kinderpornorings oder von Sado-Maso-Praktiken geworden sei.


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