30. Juli 2008 15:07
Neuester Zugang in der Patenriege ist ÖVP-Obmann Wilhelm Molterer, der
künftig für ein Bison sorgt. Für den Zoo bedeuten diese Patenschaften
wichtige Spendeneinnahmen - die Politiker können sich über Bilder mit mehr
oder weniger possierlichen Tierchen und Bonuspunkte bei den tierliebenden
Österreichern freuen. Doch nicht jede Politik-Patenschaft währt allzu lange.
Von Löwe bis Kugelgürteltier
Wirtschaftsminister
Bartenstein (V) ist schon seit 1995 Pate des Ameisenbärs, seit 2002 ist
Alfred Gusenbauer (S) Löwen-Pate. Familiär motiviert, meint Karin
Kruckenfellner vom Tiergarten: "Seine Tochter ist im Sternzeichen Löwe."
Einen Patenschaftsschub gab es 2007, als gleich mehrere Regierungsmitglieder
Paten wurden: Außenministerin Ursula Plassnik (V) für den Großen Panda,
Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky (V) für den Jaguar,
Infrastrukturminister Werner Faymann (S) für das Kugelgürteltier.
Grundsätzlich unterscheidet der Tiergarten Schönbrunn zwischen Firmenpaten
und Privatpaten, erläutert Karin Kruckenfellner, verantwortlich für
Patenschaften. Politiker nehmen zumeist erstere Variante in Anspruch. Der
Unterschied ist vor allem eine Kostenfrage: Während es für Privatpersonen
Patenschaften ab 960 Euro pro Jahr gibt, müssen Firmen mindestens 4.000 Euro
jährlich springen lassen. Dafür gibt's - für Unternehmen - einen Link von
der Tiergarten-Hompage sowie ein Logo beim jeweiligen Gehege.
Bis zu 10.000 Euro Jahreskosten
Die Kosten für eine Patenschaft
sind gestaffelt, nicht nach Tiergröße, sondern nach Aufwand für die Haltung.
960 Euro pro Jahr (privat) bzw. 4.000 Euro (Firmen) sind in der günstigsten
Kategorie fällig, etwa für ein Zebra oder eine Antilope. 2.400 bzw. 6.000
Euro jährlich zahlt man als Pate etwa von Großkatzen, Giraffen oder Bären.
4.800 bzw. 10.000 Euro schließlich kostet die Patenschaft für Koala, Panda,
Orang Utan, Nashorn oder Elefant.
Patenschaft auf ein Jahr
Ein ziemlicher Batzen Geld, weswegen so
mancher Politiker, der noch vor einigen Jahren publikumsträchtig eine
Patenschaft übernahm, sich mittlerweile wieder davon verabschiedet hat. Als
die noch recht neue Schwarz-Blaue Regierung im Frühling 2000 einen Ausflug
nach Schönbrunn unternahm, wurde etwa Susanne Riess-Passer Patin der
Königskobra. Auf der Homepage scheint sie aber mittlerweile nicht mehr auf.
Auch Herbert Haupt, der als FP-Vizekanzler im Jahr 2003 Pate eines
Flusspferd-Babys wurde, hat die Patenschaft beendet. "Patenschaften werden
auf ein Jahr abgeschlossen", sagt dazu Kruckenfellner. "Wir fragen vor der
Verlängerung nach, ob weiter Interesse besteht." Immerhin gehe es um viel
Geld, man wolle die geneigten Spender nicht zum jahrelangen Spenden
vergattern.
Ex-Bundeskanzler und nunmehriger VP-Klubobmann Wolfgang Schüssel dagegen
wird seine Patenschaft für den Großen Panda wohl nie beenden: Er ist
Ehrenpate - das ist gratis. "Ehrenpatenschaften werden für besondere
Verdienste um den Tiergarten verliehen", erklärt Kruckenfellner. Schüssels
Verdienst: Er sei seinerzeit maßgeblich daran beteiligt gewesen, dass China
ein Panda-Pärchen zur Verfügung stellte. Das machte in der Folge durch seine
erfolgreiche Fortpflanzung Schlagzeilen und bescherte dem Zoo das Baby Fu
Long und damit eine Besucherattraktion ersten Ranges.
Liste der prominenten Tierpaten in Schönbrunn:
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Ameisenbär
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Minister Martin Bartenstein
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Eisbär
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Wiens Bürgermeister Michael Häupl
Reiler Christine & Rogan Markus
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Gespensterfrosch
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ORF-Wetterlady Christa Kummer
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Jaguar
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Ministerin Andrea Kdolsky
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Kugelgürteltier
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SPÖ-Chef Werner Faymann
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Löwe
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Bundeskanzler Alfred Gusenbauer
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Parmakänguruh
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Rock n' Roller Andy Lee Lang
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Wiener Hochflugtaube
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Magier Tony Rei
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Großer Panda
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ÖVP-Klubobmann wolfgang Schüssel
Ministerin Ursula Plassnik
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Koala
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Karl Merkatz
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