09. Februar 2010 21:21
© TZ ÖSTERREICH / FUHRICH
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Der Streit um die letzte Flasche Bier brachte das Fass zum Überlaufen.
Jahrelange Auseinandersetzungen mit dem gewalttätigen Freund seiner Mutter
Maria trieben den 20-jährigen Marcus H. Dienstag um vier Uhr früh offenbar
zu einer Kurzschlusshandlung. Mit einer Axt
tötete er Martin L. (34) in der Gemeindebauwohnung seiner Mutter in
Wien-Penzing.

Tödlicher Hieb
Die Vorgeschichte der Bluttat: Den ganzen
Abend hatten sich Marcus H. und Martin L., beide arbeitslos, in der Wohnung
von Maria H. (53) mit Bier volllaufen lassen. Im Morgengrauen begannen die
beiden Rauschkugeln dann, um die letzte Flasche zu streiten. Und im
folgenden Handgemenge sah Marcus H. rot: Mit einer Axt, die griffbereit
neben dem Holzofen lag, schlug er einmal auf seinen Widersacher ein – und
traf ihn am Kopf. Als Mama Maria einen dumpfen Knall hörte und ins
Wohnzimmer lief, war Martin L. bereits tot.
Geständig
Sohn Marcus war mit der Tatwaffe geflüchtet,
kehrte aber zwei Stunden später reumütig in die Wohnung zurück, ließ sich
festnehmen und ist geständig.
Mutter beschützt
Der Verdächtige, bis zur Pubertät ein
begeisterter Gewichtheber und laut seinen Trainern „ein ruhiger, netter
Kerl, nie aggressiv“ hatte zwei große Lieben: den Fußballklub Rapid (er
bewegte sich regelmäßig in der Ultra-Szene. Zimmer und Balkon sind grün-weiß
geschmückt) – und seine Mama, die er vergötterte. Entsprechend sauer war er
auf deren Freund Martin; denn der soll die 19 Jahre ältere Frau immer wieder
geschlagen haben. Weil ihn der Sohn handfest zur Rede stellte, rückte die
Polizei mehrmals in die Penzinger Straße aus.
Nachbarin Irmgard P. bestätigt: „Es hat immer Probleme gegeben. Marcus hat
Maria gegen den Mann verteidigt.“ Am Dienstag zum letzten Mal. )