Burgtheater
Burgtheater-Drama bewegt ganz Europa
In Schillers „Maria Stuart“ brach der Schauspieler Daniel Hoevels zusammen. Für eine Selbstmordszene hatte man ihm ein scharfes Messer zugesteckt.
Von Hamburg bis Budapest ist der ÖSTERREICH-Bericht über Schauspieler Daniel Hoevens, der sich als Mortimer in Maria Stuart die Kehle aufschnitt, Gesprächsthema. Samstag um 21.14 Uhr erlebten Besucher des Wiener Burgtheaters nämlich nicht nur Schillers Drama Maria Stuart, sondern - ohne es zu wissen - auch eine Tragödie auf der Bühne mit: Im fünften Akt erkennt Mortimer, gespielt vom feschen Hamburger Hoevens (30), dass sein Mordanschlag auf Königin Elisabeth gescheitert ist – und richtet sich selbst.
Strafanzeige
Doch als der Schauspieler mit einem Theatermesser
seine Kehle aufschlitzt, fließt plötzlich echtes Blut. Hoevels knickt ein,
wankt hinter die Bühne und bricht dort zusammen. Der Grund ist mittlerweile
Gegenstand einer Strafanzeige: Requisiteurin Anika S. (37) hatte dem Mimen –
aus Schlamperei oder Versehen – eine scharfe Klinge mit auf die Bühne
gegeben. Es war der fatale (und beinahe letale) Höhepunkt eines Gastspieles
des deutschen Thalia-Theater-Ensembles an Österreichs Staatsbühne.
Von der Burg ins Spital
Während das Stück zu Ende ging, wurde
Opfer Hoevels von einem Notarzt versorgt und dann mit der Rettung ins
Lorenz-Böhler-Spital gebracht. Dort stellten Mediziner eine „tiefe
Schnittwunde durch Haut und Fettgewebe“ fest. „Hätte der Schauspieler mit
dem Messer nur ein wenig fester aufgedrückt oder gar eine Arterie erwischt,
wäre er vermutlich auf der Bühne verblutet“, so ein Arzt zu ÖSTERREICH. So
aber konnte Daniel Hoevels nach ambulanter Behandlung in derselben Nacht
noch zurück ins Hotel und zu seinem Ensemble.
Bühnenpanne
Ermittlungen zeigen mittlerweile die
Vorgeschichte der schweren Bühnenpanne: Laut Polizeiprotokoll waren die
Hamburger Künstler zu ihrem zweitägigen Gastspiel mit einem defekten
Theatermesser im Requisitenkoffer angereist. Weil der Feitel klemmte, wurde
in Wien eilig ein Klappmesser zugekauft. Job von Requisiteurin Anika S. wäre
gewesen, die Klinge vor ihrem Einsatz stumpf zu machen – was sie aber
vergaß. „Auf dem Messer klebte sogar noch das Preisschild“, schüttelt ein
Ermittler den Kopf.
Verdacht
Anfangs gingen Cops der Dienststelle Innere Stadt sogar
misstrauisch davon aus, dass der Schauspieler absichtlich in Lebensgefahr
gebracht wurde. Mögliche Motive heimtückischer Ränke mitten auf einer der
größten Bühnen Europas: enttäuschte Liebe, Eifersucht, Neid oder auch
kriminelle Konkurrenz unter Darstellern.
Doch jetzt scheint klar: Die Requisiteurin konnte ihr Versagen glaubwürdig als Unterlassungssünde darstellen und wurde nur wegen fahrlässiger Körperverletzung angezeigt. Und auch das Opfer, seit 2005 festes Ensemblemitglied des Thalia Theaters, atmet auf. Nach einigen Stunden Schockstarre ist Daniel Hoevels heilfroh, nicht wirklich über die Klinge gesprungen zu sein wie seine Bühnenfigur Mortimer: „Mit geht es schon wieder ganz gut. Bei dieser Szene werde ich aber jetzt mein ganzes Berufsleben lang ein mulmiges Gefühl haben.“
Vertuscht
Am Sonntag trat der Schauspieler - mit dezentem
Halsverband - schon wieder am Burgtheater auf. Montag reiste er nach Hamburg
zurück, um für eine Premiere am Wochenende zu proben: Die Leiden des jungen
Werther.
Ob die nachlässige Inspizientin ihren Job behalten wird, ist fraglich. An der Leitung des Burgtheaters hängt das Schicksal der Deutschen nicht. Denn dort hätte man das schmerzhafte Hoppala gern verschwiegen. Erst eine Anfrage von ÖSTERREICH machte die Messerstory publik.




dass es keine Schusswaffe war.
shit happens ^^
das war evt ein Theaterstück im Theater.Vielleicht haben die Anika S und der Schauspieler ein Verhältnis ???? Der Stoff für einen Krimi könnte nicht besser sein.Er soll froh sein das es keine Szene mit dem Fallbeil war.
dieser stoff war schon so oft thema eines krimis. gestern in einem polizeiruf 110, da wurde der darsteller halt erschossen :-)
aus versehen ein scharfes messer zuzustecken, das doch genau so ausschaut wie das fake (merkt man das echt nicht?), ist halt doch irgendwie unglaubwürdig. :-)