17. Jänner 2009 22:38
Der Fall erschütterte das Land: Am 29. September des Vorjahres stoppten
Polizisten auf der Südautobahn bei Loipersdorf einen slowakischen
Transporter. An Bord: 137 verstörte Hundebabys, die für Spanien bestimmt
gewesen wären. Die Vierbeiner wurden sofort konfisziert und wenig später vom
Tierheim Arche Noah in Graz vergeben – ÖSTERREICH half dabei kräftig mit und
erreichte, dass die armen Kleinen gute Plätze fanden.
Schwer krank
Aufgrund dieses Vorfalls stellte nun die
Nationalratsabgeordnete Christiane Brunner von den Grünen eine
parlamentarische Anfrage zum Thema Hundeschmuggel an Innenministerin Maria
Fekter. Die Beantwortung gibt Einblick in die skrupellosen Geschäfte der
Tiermafia – und wie sie mit ihrer lebenden Ware umgeht. So heißt es zu dem
Transport der 137 Welpen: Die Tiere waren viel zu jung für den Transport,
keinerlei Versorgung wie Muttermilch wurde mitgeführt, es fehlte an
Frischluft, der Lkw war völlig desolat und die Papiere der Tiere waren
gefälscht. Dazu kam noch, dass die Welpen trotz offensichtlicher, schwerer
Erkrankung in den Laster gepfercht worden waren – der Züchter hatte eine
hohe Sterberate in seine Preiskalkulationen eingerechnet.
Tollwut
Haarsträubend auch, was in der Fekter-Antwort über einen
anderen illegalen Welpentransport auf der Westautobahn bei Ybbs (1. 11.
2008) steht: Die Tiere waren in viel zu kleine Holzkisten gestopft worden
und konnten sich kaum rühren. Sie waren weder gefüttert noch getränkt
worden und knapp am Verdursten. Papiere fehlten in diesem Fall völlig – und
die Junghunde waren auch nicht gegen die gefährliche Tollwut geimpft. Die
aus Ungarn stammenden Welpen hätten die hoch ansteckende Krankheit ohne
weiters nach Österreich einschleppen können.
Hunde-Sheriffs
„Jede Impfung kostet die Qualzüchter aus dem Osten
Geld, daher verzichten die meisten einfach darauf. Dass viele Welpen nach
den Transporten eingehen, ist ihnen egal“, wissen Insider. Mehr als 150
illegale Hundetransporte rollen jährlich durch das Bundesgebiet. Gestoppt
werden weniger als ein Dutzend. Grund genug für Salzburger Tierschützer, nun
darüber nachzudenken, im Kampf gegen die Schmuggler eine Privatpolizei zu
gründen: „Die Behörden schreiten viel zu selten ein.“
Markus Hofer