23. 10. 2009, 08:58

Proteste in Wien

Studenten nehmen auch Straße in Besitz

Derzeit halten etwa 1000 Hochschüler den Audimax der Uni Wien besetzt - und das seit über 24 Stunden.

Die Besetzung des Audimax, des größten Hörsaals der Universität Wien, geht auch am Freitag weiter. Derzeit befinden sich dort rund 1000 Studenten. Laut Angaben einer der Organisatorinnen haben 200 bis 250 Studenten die Nacht dort verbracht. Der Protest soll weitergehen "wir bleiben hart und werden Open End hierbleiben".

Zusätzlich haben die Studenten ihren Protest auf die Straße getragen. Um 15 Uhr startete ein Demonstrationszug vor der Uni Wien. Mehrere hundert Studenten zogen vom Portal der Hauptuni über den Ring in Richtung Wissenschaftsministerium und skandierten dabei "Der Hahn gehört gerupft". Danach wollen sie zur Akademie der Bildenden Künste, die seit Dienstag aus Protest gegen die Leistungsvereinbarungen besetzt ist.

Leichte Verwirrung
Zunächst gab es unter den Demonstranten Verwirrung darüber, wohin oder ob man sich überhaupt von der Universität wegbewegen solle. Schließlich nahm ein Teil der Studenten an der Demonstration teil, der andere hielt das Audimax weiterhin besetzt. Die Besetzung des Audimax wird nicht von einer Gruppe organisiert, sondern von vielen Vertretern mehrerer Unis nach basisdemokratischen Prinzipien.

Proteste in Graz
Auch in Graz hat eine Gruppe Studierender, unterstützt durch die ÖH, am Freitagabend einen Hörsaal auf der Uni besetzt. Rund 50 Studiosi hatten sich schon am Nachmittag am Campus zusammengefunden, aber bis zum Ende der letzten Vorlesung gewartet, bis man nach 18.00 Uhr im Hörsaal 06.01 auf der Vorklinik Platz nahm - "open end", wie es hieß. Vorrangig gehe es um "Solidarität" mit den Besetzern des Audimax in Wien.

Kunterbunte Gründen
Eher diffus sind die Gründe für den Protest im Wiener Audimax. Protestiert wird generell für "freie Bildung für alle", nicht anfreunden kann man sich natürlich auch mit den derzeit diskutierten Zugangsbeschränkungen. Daneben finden sich aber etwa im Audimax auch immer wieder Transparente wie "Für Frauenbefreiung und Sozialismus", "Gegen den rassistischen Normalzustand" oder einfach "Für mehr Dickmilch".

System-Kritik
Ausgegangen ist der Protest von der Akademie der Bildenden Künste, wo sich Studenten und zum Teil auch Lehrende gegen die Umstellung von Studien auf das Bachelor/Master/PhD-System wehren. "Bei uns gings um eine Mahnwache für den Rektor, der die entsprechende Leistungsvereinbarung mit dem Ministerium nicht unterschreiben sollte", so der dortige Hochschülerschafts-Vorsitzende Rene Stessl . Die Struktur dieses Protests sei dann bei einer Demo auf die Uni Wien weitergetragen worden - wo es aber mittlerweile um andere Themen gehe.

Wie übliche Studentendemos mit einem gemeinsamen Marsch und einer Abschluss-Kundgebung läuft der Protest diesmal nicht ab. Dieser hat zum Teil eher Happening- und Partycharakter mit Musik und Alkohol. Die HochschülerInnenschaft (ÖH) unterstützt die Studenten zwar, tritt aber nicht selbst als Organisator auf. Die Protestierenden sind sogar so basisdemokratisch, dass täglich ein neuer Pressesprecher bestimmt werden soll.

Keine Räumung - vorerst
Das Rektorat hatte sich in einer abendlichen Sitzung am Donnerstag vorerst gegen eine Räumung entschieden. Allerdings habe man massive Sicherheitsbedenken und hoffe daher, die Besetzer am Freitag in Verhandlungen zur Freigabe des Hörsaals zu bewegen, so eine Sprecherin.

Sachschäden untersucht
Die Universität hat die Sachschäden, die in der vergangenen Nacht entstanden sind, erhoben. Laut der Sprecherin sind Beleuchtungskörper und Glastüren zu Bruch gegangen, Hörsaalbänke wurden beschädigt. Die Leitung spricht von einem Schaden von 50.000 bis 100.000 Euro. Die Universität habe höchstes Interesse an einer Lösung, allerdings müsse man darauf achten, dass bestimmte Grenzen nicht überschritten werden. So seien Sicherheitsfragen nach der Besetzung des Audimax nach wie vor ein Problem.

Polizei marschiert auf
Am Donnerstag Nachmittag hatte sich die Polizei wegen Sicherheitsbedenken an die Uni Wien gewendet, das Rektorat hatte sich daher für eine vorübergehende Sperre des Zugangs zum Audimax ausgesprochen. Nachdem sich der zuständige Vizerektor gegen eine Räumung entschieden hatte, zog die Polizei nach einer Stunde wieder ab.

Ausweitung der Proteste
Zumindest an der Akademie konnte die ÖH unterdessen laut dem Vorsitzenden Rene Stessl einen ersten Erfolg verbuchen: Bei den Leistungsvereinbarungen soll Rektor Stephan Schmidt-Wulffen die vom Ministerium angestrebte Umstellung der künstlerischen Studien - wie von den Protestierenden gefordert - nicht unterschrieben haben. Er habe, wie schon zuvor Rektor Gerald Bast von der Uni für Angewandte Kunst, stattdessen nur zugesagt, dass über eine solche Umstellung in den kommenden Jahren diskutiert werden soll.

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Hascher meint am 24.10.2009 18:46

Schmeisst diese ausnützer doch endlich aus diesen Rämlichkeiten raus nichtsnutze haben keine Berchtigung für diese Aktion.

laila meint am 23.10.2009 22:17

Ich finde es echt schlimm, dass wegen 1000 sinnlosen, faulen, alternativen, randalierenden Studenten der Ruf von tausenden anderen zerstört wird!
Wir sind nicht so , wie wir von denen dargestellt werden!
Jeder von uns weiß, dass das Niveau an unseren Unis immer schlechter wird, aber wir wissen auch, dass sich diese sicher nicht verbessert, wenn Studiengebühren abgeschafft und Zugangsbeschränkungen aufgehoben werden...aber vielleicht haben unsere Demonstranten ja einen Vorschlag, wie man mit weniger Geld und mehr Studenten die Qualität steigern kann

klaxxi meint am 24.10.2009 18:45

zugabe eines Würstchens, dass noch nie eine Universität von innen gesehen hat, sich aber über die Zustände ein Urteil erlaubt. Studenten sind faul,Berufsdemonstrierer usw., wenn ich das schon höre, das ist primitivstes Schwarz-Weiß Denken

Aufdecker meint am 23.10.2009 21:45

für viele ist das nur paaaarttttttyyyyyyyy!

taxxan meint am 23.10.2009 19:50

kebabstandl, sind die gewinner der sache......
und sprücheklopfer hahn bleibt sturr

tomtoromtom meint am 23.10.2009 19:46

Überdies ist Piefke-Debatte hinfällig: Dem öst Staat steht es frei, für die Ausbildung der Deutschen einen Abschlag durch den deutschen Staat zu verlangen (vgl die Urteile des EuGH zum numerus clausus). Hahn und Molterer haben jedoch immer darauf verzichtet - wohl um auf dem Umweg der völligen Überfüllung der Universitäten - doch wieder zu Ihren Studiengebühren zu gelangen. Denn dies rechnet sich: Erst müssen Studenten (oder deren Eltern) selbst für Ihr Studium aufkommen und dann kann der Staat angesichts des höheren Bildungsniveaus und dementsprechend höheren Gehaltes auch einen höhere Steuer auf das Gehalt einnehmen.

tomtoromtom meint am 23.10.2009 19:45

Sodann: Jeder Akademiker refinanziert den Aufwand seiner Ausbildung natürlich vom Studiengang abhängig innerhalb von 5 Jahren! Ein Nicht-Akademiker belastet zwar den Haushalt zunächst nicht, generiert jedoch auch kaum einen Mehrwert - wenn alle "Schlosser" werden, gibt es in diesem Land keinerlei Fortschritt mehr und das Steuraufkommen bricht mittelfristig vollständig zusammen.

tomtoromtom meint am 23.10.2009 19:45

Meine Damen und Herren,
viele der hier aufgestellten Forderungen sind schlicht absurd: Ein Semester ist schnell verloren, dann aber €15.000 zu verlangen, torpediert ein gesamtes Studium.

Dagobert0 meint am 23.10.2009 20:28

wo die Studienpläne und Prüfuggnen in Umbruch sind und nach 5 Minuten Anmeldezeit alles ausgebucht ist, kann es sicher zu Verzögerugnen um 1 bis 2 Semester kommen. Das Chaos hat der Hahn zu verantworten! Dem fällt aber nicht viel ein als Kikeriki

Kelte meint am 23.10.2009 17:05

Asi-Pack!

narrischer meint am 23.10.2009 19:50

studier halt auch (voxxroxxel!!)
dann weißt du, wie "super-professionell" es auf den unis zugeht. das chaos der proteste ist verglichen mit dem, was ich in den letzten jahren an chaos auf der uni gesehen habe ein witz.

Dagobert0 meint am 23.10.2009 19:50

.

Kelte meint am 24.10.2009 18:44

Zum Posting vom Narrischen, hatte meine Studienzeit bereits vor 15 Jahren, und damals gab es bei weitem weniger Langzeit-Nichtsnutze, wie sie derzeit die Hörsäle belagern.
Und zum Dagobertl sei gesagt, ich bin lieber heimlich schlau, als so wie sie unheimlich dämlich.

ichglaubsnicht meint am 25.10.2009 12:56

*lol* - der ewiggestrige will nun sogar studiert haben, fragt sich nur WOMIT?

tm08 meint am 23.10.2009 17:01

echt alles dafür gegebn. aber trotzdem keinen platz erhalten da es eben nur 2000 plätze für 5000 interessenten gibt! und wenn sich 2000 top vorbereiten kann 2001 durch die finger schauen obwohl sie uch alles tan hat....und ganz transparent is die platzvergabe da auch nicht....also logisch das man in andren studiengängen nicht auch noch tests will.

bitte nur mitdiskutieren wenn man einen einblick und durchblick hat, nicht einfach nur seinen senf dazugeben. danke.

tm08 meint am 23.10.2009 17:01

und da gibt es kein first-come first -serve prinzip wo man dann sagen kann "ja hättest dich früher drum gekümmert". da gibts ein kompliziertes auktionsverfahren was man als aussenstehender erst nach langer erklärung versteht....von persönlichen schicksalschlägen die einen semesterverlust mit sich bringen können will ich ja gar nicht reden.....

und das sie gegen aufnahmetest protestieren ist auch logisch. ich kenn leute die wollen die haben die letzten 5 schuljahre nur davon geredet medizin studieren zu wollen. haben während der matura vorbereitungskurse besucht und bücher gelernt...

tm08 meint am 23.10.2009 17:00

ich habe mich jetzt extra registriert um meine meinung da einzubringen weil ich viele postings hier nicht ganz nachvollziehen kann....zb der beitrag mit 15.000€ studiengebühren bei nicht einhaltung der studiendauer?
eigentlich eine ahnung wie schnell man 1,2 semester verlieren kann??? ich studiere betriebswirtschaft und publizistik, und wenn es in einer lehrveranstaltung nur 400 plätze gibt aber 550 hinein wollen ist es logisch das 150 auf der strecke bleiben so sehr sie auch wollen? und ich spreche nicht von sitzplätzen sondern von studienplätzen! man kann gar nicht zur prüfung antreten wenn man keinen platz hat und kann das semester wiederholen....

namre meint am 23.10.2009 16:59

Einige der lautstärksten Posterer hier sind bei dieser "Besetzung". Warum, weiß nur Gott allein.

Daher hat auch noch keiner hier und heute gepostet!

GoodieGoodie meint am 23.10.2009 13:29

Es müsste doch im Interesse der österreichischen Studenten sein, dass Zugangsbeschränkungen den Zustrom der Numerus Clausus-Flüchtlinge aus Deutschland beschränken und damit die Hörsäle nicht so überfüllt sind.
Oder besetzen die deutschen Studenten den Audimax?

kikiki meint am 23.10.2009 11:47

studenten sind gut und wichtig aber nur für fächer die nachher einen job einbringen ansonsten ist das liebhaberei für privatiers
daher: studiengebühren bei nicht errechen von prüfungszielen oder bei langer studiendauer aber dann bitte gleich sehtr hoch ansetzen
zb 15.000,- EUR pro jahr für jedes mehrjahr an der uni und dann wirds automatisch besser mit der paltznot ...

meinsenfdazu meint am 23.10.2009 11:11

die Studiengebühren wieder einzuführen (auf Niveau Bayerns - also 500,- pro Semester), damit würde ein Teil der ausländischen Studenten wegfallen. Außerdem Zugangsbeschränkungen und damit den Weg von einer Massen- zur Qualitätsuni freimachen.
Aber macht das mal Studenten klar, die anscheinend glauben, dass das ganze Leben gratis ist und uns Steuerzahlern auf der Tasche liegen. Kosten pro Student und Jahr inkl. Sozialleistungen zwischen 14.000 bis 20.000 Euro (je nach Studiengang). Jetzt kann sich jeder ausrechnen, wie lange es dauert, bis er danach über die Einkommensteuer diese Kosten refundiert hat.

narrischer meint am 23.10.2009 19:51

gib nur deinen senf dazu, wenn du dich auskennst!
jeder akademiker zahlt nachher im berufsleben viel mehr ein, als dem steuerzahler die ausbildung gekostet hat und nebenbei viel mehr abgaben als ihr primitiven hackler :-)

Musicant meint am 23.10.2009 22:38

Einbildung studiert, die meisten Arbeitslosen kommen aus Ihrem Bereich!

Stadtfuehrer meint am 24.10.2009 12:07

...um als nicht orthografiefester A-Beamter oder den Turnus im Krankenstand verbrachter, elitärer "Sachverständiger" mit steirischem Beamtenmaturahintergrund weiter ein Bewußtsein, wie vorheriges zu perpetuieren..
kon ka englisch, ka französisch scho gar net deutsch, aber oarschkreuln, des kon i guat
(der beamte von georg kreisler)

Kabelrolle meint am 23.10.2009 10:29

Studenten gehen in die Schule um etwas zu lernen, so kann man sich täuschen.

terrorcat meint am 23.10.2009 10:26

dass sich die vor aufnahmetests fürchten.
wie "gebildet" (auch sozial) der großteil der heutigen jugendlichen ist, kann man ja täglich erleben.

Musicant meint am 23.10.2009 09:46

Leben können sich die Steuerzahler NICHT leisten, die müssen in der Nacht schlafen damit sie am nächsten Tag erholt zur Arbeit kommen.

Ich dachte immer die Studenten gehen in die Schule um etwas zu lernen ....

ferenc meint am 23.10.2009 09:43

Na werden vielleicht die Studis sein, die keinen ordentlichen Wohnsitz haben,
oder die ein Haus besetzt haben, das leer steht und ergo nicht beheizt ist.
Im Audimax ist es nämlich auch im Winter angenehm warm.
(und ob die Sandler die dort sind, studieren oder nciht, ist auch schon wurscht!)

Dagobert0 meint am 22.10.2009 16:32

bei dem Chaos