19. Juni 2008 20:28
Große Shoppingcenter waren ihr Jagdrevier: Seit Jänner stöhnten
Geschäftsbesitzer in der SCS, der Lugner- und Millenium-City und der
Mariahilferstraße in Wien über Serieneinbrüche in ihre Shops. Ermittler des
Postens Vösendorf sowie Fahnder des Landeskriminalamtes hefteten sich an die
Spuren der Täter – und wurden schließlich fündig. Nach einem neuerlichen
Einbruch in der Shopping City Süd entdeckten sie Fingerabdrücke eines
amtsbekannten 14-Jährigen. Zuvor hatten Zeugen von mehreren Jugendlichen
berichtet, die sich kurz nach der Öffnung der Haupttore des Einkaufstempels
in aller Herrgottsfrüh in der SCS herumgetrieben hatten.
Schlafende bestohlen
Kurze Zeit später konnten der 14-jährige
Radomir S. und seine Komplizen Zikrija M. (15), der erst 13-jährige
Krisztian D., der gleichaltrige Armin J. und der 17-jährige Predrag K.
geschnappt werden. Die Burschen legten sofort ein Geständnis ab und wollten
gar nicht mehr aufhören zu reden. Insgesamt gaben sie vor den Beamten 250
Delikte zu, darunter 80 durchgeführte und 45 versuchte Einbruchsdiebstähle
in Geschäfte und Verkaufsstände. Dabei zwängten sie sich meist unter
Rollläden durch und räumten die Shops aus. Die Beute wurde dann aufgeteilt.
Das weitere Sündenregister: Einbrüche in Münztelefone und Zeitungskassen
sowie zahlreiche Diebstähle – unter anderem nahmen sie schlafenden
Fahrgästen im Nachtbus Geldbörsen und Handys ab. Auch prahlten die
Mitglieder der Teenie-Bande, 20 Mal in Einkaufszentren und Wohnanlagen
Feueralarm ausgelöst zu haben.
Brutaler Raub
Das schwerwiegendste Geständnis: Krisztian D. (13)
gab zu, einen alten Mann im zweiten Bezirk in Wien niedergeschlagen und
ausgeraubt zu haben. Das Opfer erstattete damals aber keine Anzeige und wird
nun von der Polizei gesucht. Franz Prucher, Sicherheitsdirektor von
Niederösterreich: „Ich bin froh, dass diese Bürschchen aus dem Verkehr
gezogen wurden.“ Die drei älteren Täter sitzen in U-Haft, die zwei
13-Jährigen sind noch nicht strafmündig.