27. Jänner 2010 15:30
Das Rathaus "a riesige neugotische Hittn", der Donaukanal "genauso wenig
blau wie die Donau": In der Touristen-Bim können sich Besucher wie
Einheimische bekannte Sehenswürdigkeiten der Bundeshauptstadt ab sofort auch
auf "Weanarisch" näher bringen lassen - sofern sie dieses Idioms mächtig
sind. Als auditiver Reisebegleiter fungiert dabei niemand geringerer als
Mundl Sackbauer alias Karl Merkatz, der den Text für die spezielle
Straßenbahntour eingesprochen hat.
Wiener Bevölkerung motivieren
Man wolle mit dem neuen
Angebot neben ausländischen Gästen und solchen aus Restösterreich auch die
Wiener Bevölkerung dazu motivieren, hin und wieder eine Ring-Runde mit der
Touri-Tram zu drehen, begründete Wiener-Linien-Geschäftsführer Günter
Steinbauer die sprachliche Neuerung. Umgeschrieben wurde das hochdeutsche
Original von Ernst Hinterberger, der mit "Ein echter Wiener geht nicht
unter" die Kultfigur Mundl geschaffen hatte.
Wie allen anderen Sprachen kann man auch der Wiener Guide-Version über
Kopfhörer lauschen, nachdem man auf dem Kästchen vor dem Sitz die
Zahlenkombination 08 eingegeben hat. Parallel zu den Erklärungen sehen die
Fahrgäste über LCD-Schirme passende Fotos von den eben erläuterten
Sehenswürdigkeiten.
"Wiener Runden"
Wer sich nicht mit Ohrenstöpseln
herumplagen will, kann die Mundl'schen Ansagen ab 9. Februar auch direkt
über Lautsprecher im Wageninneren hören. Jeden Dienstag fährt die knallgelbe
Straßenbahn dann ihre letzten drei Touren als "Wiener Runden". Die erste
Sackbauer-Fahrt beginnt um 16.21 Uhr am Schwedenplatz.
Seit April 2009 ist entlang der Ringstraße eine speziell gestaltete alte Bim
als Touristen-Tram unterwegs. Laut Verkehrsbetrieben haben bisher rund
35.200 zahlende Passagiere dieses Angebot genutzt. Ein Ticket kostet sechs
Euro.