Polizeibericht
Trickdieb klaute Fekters Handtasche
Das Polizeiprotokoll wurde ÖSTERREICH zugespielt: Der Dieb stahl ihre Tasche mit einem Trick und entwischte durch einen Seiteneingang.
Noch am 10. August hatte sich ÖVP-Innenministerin Maria Fekter über alle Maßen gefreut: „Die Kriminalität ist um sechs Prozent zurückgegangen“ und zwar „entgegen vieler Befürchtungen“, so Fekter. Zwei Tage später verging der streitbaren Ministerin das Jubeln. Denn da wurde die Oberste Chefin der Polizei selbst zum Verbrechensopfer.
Essen im Nobelrestaurant
Der Vorfall ereignete sich im Restaurant
Procacci, einem italienischen Nobellokal im ersten Wiener Bezirk
(Göttweihergasse): „Ich war mit einer größeren Gruppe dort zum Abendessen“,
sagt Maria Fekter. Mindestens zwei Stunden sitzt die Gesellschaft, darunter
mehrere Mitglieder von Fekters Kabinett, zusammen und widmet sich wohl mehr
dem Gespräch und dem guten Essen als den Vorgängen, die rund um sie herum
passieren. „Meine Handtasche hatte ich über die rechte Armlehne meines
Sessels gehängt. So zwischen viertel nach zehn und halb elf Uhr abends war
sie dann plötzlich weg“, erzählt die Innenministerin.
Polizeibericht aufschlussreich
Was der Ministerin nicht
aufgefallen ist, steht im siebenseitigen Polizeibericht, der noch am Abend
des Vorfalls erstellt wird und der ÖSTERREICH nun zugespielt wurde: Der
Täter (etwa 35 Jahr alt) geht zwischen 22 Uhr und 22.30 Uhr an der
Ministerin vorbei. Sein beiges Sakko hat er lässig „mit einer Hand über der
Schulter“ geschwungen. Niemand wundert sich über den Gast. Ein Fehler ?
Dieb mit Sakko getarnt
Denn die Kriminalbeamten folgern: Der Mann
gleitet mit dem Sakko an Fekters Tasche vorbei, lässt sie unter seinem
Kleidungsstück verschwinden – und entfleucht durch eine Seitentür aus dem
Lokal. Erst einige Minuten später fällt der Pressesprecherin der Ministerin
auf, dass die Handtasche weg ist. Zu spät: Der Dieb ist längst über alle
Berge. Mit zwei Handys (darunter das Ministertelefon), Bankomatkarte,
Kreditkarten der Ministerin, dazu Parlamentsausweis, Reisepass, usw.
FPÖ spottet
„Da will die neue Frau Innenminister für
Sicherheit sorgen und kann nicht einmal auf ihre Handtasche aufpassen“,
spottete FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky, als er von dem Vorfall erfuhr.
„Vielleicht ein heilsamer Schock. Fekter konnte damit am eigenen Leib
erleben, was tausenden Österreichern täglich passiert.“
Denn: Heuer wurden schon 18.982 Österreicher Opfer von Taschendieben, ein Plus von neun Prozent – und das passt so gar nicht die blütenweiße, neue Kriminalitäts-Statistik, die einen deutlichen Rückgang der Kriminalität ausweist.
Polizisten als Opfer
Es ist nicht der erste dreiste Überfall
dieser Art: Erst vor wenigen Tagen hat eine Autoknacker-Bande den
Geländewagen von Andrea Raninger, der Chefin des Bundeskriminalamts,
gestohlen – vom Parkplatz vor ihrem Haus. Die Mitarbeiter des
Innenministeriums scheinen gerade das große Ziel der dreistesten Gauner zu
sein.
Vertuschungs-Skandal um Kriminalstatistik


